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So 09.11.2003
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Deutschland-Cup in Hannover: 1:2 zum Abschluss gegen KanadaZach-Team verpasst den Turniersieg
Hannover - Den ersten Turniersieg beim Deutschland-Cup seit 1996 hat die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft zwar verpasst, den ersten WM-Härtetest aber dennoch bestanden. Fünfeinhalb Monate vor der Weltmeisterschaft in Tschechien bot das Team von Bundestrainer Hans Zach bei der 14. Auflage ihres Heimturniers starke Vorstellungen, die 1:2 (0:1, 0:1, 1: 0)-Niederlage zum Abschluss gegen Kanada trübte nur wenig den guten Gesamteindruck. Die Auswahl des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB) verspielte damit die Chance auf den dritten Deutschland-Cup-Triumph nach 1995 und 1996. "Am Ende hat uns das Quäntchen Glück gefehlt"
"Wir haben die ersten beiden Drittel verschlafen. Am Ende hat uns das Quäntchen Glück gefehlt. Trotzdem können wir mit dem Turnier hochzufrieden sein", sagte Kapitän Stefan Ustorf, der nach seinem Rauswurf bei den Adlern Mannheim derzeit auf Vereinssuche ist. Nach der unglücklichen 1:2-Niederlage nach Penaltyschießen gegen die USA und dem souveränen 4:1-Erfolg gegen den Erzrivalen Schweiz machte sich gegen die "Ahornblätter", gegen die es am vergangenen Mittwoch noch ein 2:2 gegeben hatte, der Kräfteverschleiß bemerkbar. Zudem fehlte Routinier Jan Benda, der bereits am Samstag nach Russland zu seinem Klub AK Bars Kasan zurückgekehrt war, an allen Ecken und Enden. Schwächen in der Chancenverwertung
Trotzdem gestaltete das Zach-Team die Partie vor 4000 Zuschauern in der Preussag-Arena in Hannover über weite Strecken offen, offenbarte allerdings wie schon zum Auftakt gegen die USA Schwächen in der Chancenverwertung. Den 70. Sieg des Weltmeisters und Olympiasiegers, der überwiegend mit Legionären aus der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) antrat, im 94. Vergleich mit der DEB-Auswahl sicherten Steve Walker von den Eisbären Berlin (19.) und Jean-Yves Roy von den Kölner Haien (24.). Stefan Retzer von den Kassel Huskies gelang in der 56. Minute nur noch der Anschlusstreffer. Daniel Kreutzer von den DEG Metro Stars traf fünf Sekunden vor Schluss Pfosten. 24 Wochen vor der WM in Prag (24. April bis 9. Mai 2004) überwogen für Bundestrainer Zach dennoch die positiven Erkenntnisse. Auch ohne die nach Nordamerika abgewanderten Jungstars Christian Ehrhoff und Marcel Goc ist die Basis erneut breiter geworden. Selbst das Fehlen der WM-erprobten Mirko Lüdemann, Sascha Goc, Daniel Kunce und Len Soccio fiel kaum ins Gewicht, weil die Neulinge glänzende Debüts feierten. "In einer intakten Mannschaft ist es leichter, neu hereinzukommen", stellte Zach fest: "Wir spielen einfaches Eishockey und machen es nicht komplizierter, als es ist." Deutsch-Kanadier Robert Leask als Turniersieger
Der Gewinner des Turniers war der Deutsch-Kanadier Robert Leask. Der 32-Jährige von den Berliner Eisbären, der seit Sommer die deutsche Staatsangehörigkeit hat, spielte in der Verteidigung gleich eine zentrale Rolle und erhielt von Zach ein Sonderlob. "Ich bin angenehm überrascht. Er spielt, als ob er schon zehn Jahre dabei wäre", urteilte der DEB-Chefcoach: "Mit dieser Leistung ist er eine feste Größe, keine Frage. Es tut auch mir gut, so einen Mann zu haben." Denn die Abwehr hatte Zach nach dem Weggang von Ehrhoff (San Jose Sharks) und zuvor Dennis Seidenberg (Philadelphia Flyers) als neuralgischen Punkt gesehen. Nachrücker Sebastian mit couragiertem Debüt
Mit einem couragierten Debüt überzeugte auch Nachrücker Sebastian Furchner. Der 21-Jährige, der erst nach der verletzungsbedingten Absage des Nürnbergers Vitalij Aab (Wirbel ausgerenkt) kurzfristig nachnominiert worden war, fügte sich ein wie ein "alter Hase". "Der überrascht mich nicht", meinte Zach über seinen Schützling von den Kölner Haien, "er hat in Köln eine gute Entwicklung gemacht und das hier bestätigt." Dabei war der gebürtige Kaufbeurer quasi erst auf der Autobahn ins Team gerutscht. "Ich war auf dem Rückweg von meinen Schwiegereltern in Bremerhaven. 150 Kilometer vor Köln hat Hans Zach angerufen, da habe ich umgedreht und bin nach Hannover gefahren", berichtete das Stürmertalent. Torhüter Oliver Jonas setzt Erfolgsserie fort
Zu den Siegern von Hannover zählte auch Torhüter Oliver Jonas. In Berlin nur Teilzeit-Goalie an der Seite des Kanadiers Rich Parent, setzte der 24-Jährige seine sensationelle Erfolgsserie im DEB-Trikot fort. Beim 4:1 gegen die Schweiz stand der Neffe des einstigen Weltklassetorhüters Helmut de Raaf zum achten Mal im deutschen Tor und blieb erneut unbesiegt. "Er ist der derzeit beste deutsche Torwart", lobte Zach. Jonas, mit der Situation in Berlin sichtlich unzufrieden, wollte aber trotz der erneuten Glanzleistung keine Ansprüche stellen: "Zumindest nicht öffentlich." sid - Foto: dpa |
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Zuletzt geändert am 9. November 2003 17:01 von aj |
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