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... "Schöner Rene" ramponiert, aber erfolgreich
Am 23. April will er gegen Levent Cukur um den WM-Gürtel des international unbedeutenden Weltverbandes WBF kämpfen und sich dann endgültig von der Boxbühne verabschieden.
Comeback geriet fast zur Blamage
Das Comeback nach der langen Haftstrafe sollte für den 49-Jährigen in der Universal-Hall zum Triumph werden, geriet aber fast zur Blamage. Der slowakische Landesmeister Rasto Kovac erwies sich als unerwartet starker Gegner und war fünf Runden lang gleichwertig. Zur sechsten Runde erschien der 19-Jährige nicht mehr, eine Handverletzung zwang ihn zum Abbruch. Weller gewann durch technischem K.o..
"Ich war gut drauf und hätte ihn in der sechsten Runde auf jeden Fall besiegt", gab sich Weller nachher siegessicher, obwohl er große Probleme hatte. Zwar glänzte der gertenschlanke "Box-Opa" mit der Teenager-Figur durch seine tänzerische Leichtigkeit, doch effektive Treffer konnte er kaum setzen. Da bewies der Slowake mehr Durchschlagskraft, viele Besucher sahen Kovac am Ende der fünften Runde vorne.
Kampf mutierte zum reinen Showfight
Der Abbruch kam für viele Besucher überraschend, passte aber ins Bild des chaotischen Abends. Lange war nicht klar, wer der Gegner sein würde. Marzen Girke hatte Weller abgelehnt, weil dieser mit 64 Kilo zweieinhalb Kilo schwerer war als er selbst. Ersatzmann Patrick Prokopecz war plötzlich verschwunden, und Rasto Kovac kam zwei Minuten zu spät zum Wiegen. Aus diesem Grund verweigerte der Bund Deutscher Berufsboxer (BDB) die Zusammenarbeit, der Kampf mutierte zum reinen Showfight.
Der Delegierte des BDB war zwar anwesend, stellte seine Aufsichtspflicht aber ein. Punktrichter gab es nicht, das alleinige Entscheidungsrecht lag beim Ringrichter. Selbst auf eine Gewichtsklasse konnte man sich nicht einigen. "Es ist wohl ein Leichtgewichtskampf", meinte der Sportliche Leiter Michael Messer.
Im letzten Kampf noch einmal kräftig kassieren
Schon im Vorfeld hatte es Probleme gegeben, der BDB hatte dem "Box-Opa" keine Lizenz erteilt. "Zu gefährlich" lautete die Begründung. Nur mit einer polnischen Lizenz konnte der Pforzheimer seinen Comeback-Kampf in Berlin starten. "Es war richtig, dass wir diese Sache durchgezogen haben. Man hat gesehen, dass Rene gut in Form ist. Jetzt will er sich mit einem großen Kampf von seinen Fans verabschieden", meinte Freund und Anwalt Nikolaus Koehler, der im Vorprogramm als Sinatra-Interpret in den Ring gestiegen war und seinem Freund die Hymne "My way" widmete.
Mit dem Kampf gegen Levent Cukur will der "schöne Rene" endgültig von der großen Bühne abtreten und noch einmal richtig kassieren. Das große Medienaufkommen beweis, dass der "Box-Opa" immer noch zieht. Neben München ist auch das Berliner Estrel-Hotel als Veranstaltungsort im Gespräch.
Von Nikolaj Stobbe, sid - Foto: dpa
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