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Mi 19.02.2003
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Leverkusen kann Champions League nach 0:2 gegen Newcastle abhakenHörster trotz Fehlstart guter Hoffnung
Leverkusen - Seinen eigenen Fehlstart hatte Thomas Hörster einkalkuliert, um die sportliche Katastrophe mit der Mannschaft in der Bundesliga zu verhindern. Das Aus von Bayer Leverkusen in der Champions League ist nach dem 1:3 gegen Newcastle United fast besiegelt. Dennoch glaubt der neue Chefcoach trotz des missglückten Einstands, den ersten Schritt zum Klassenverbleib in der Fußball-Bundesliga getan zu haben. "Wir haben gute Hoffnung, dass wir am Samstag bei Hannover 96 komplett auflaufen werden", meinte der 46- jährige Nachfolger von Klaus Toppmöller nach seiner ersten "Mission impossible" mit einer B-Elf.
"Wertvolle Erkenntnisse gewonnen" 24 Stunden nach seinem Amtsantritt veränderte er die Elf radikal. In der Anfangsformation fehlten acht Spieler, die noch am Samstag bei der 1:2-Pleite gegen Hansa Rostock den letzten Anstoß zum Trainerwechsel gaben. "Es war nur ein Test, ich kenne die Jungs ja nicht so gut. Und ich habe wertvolle Erkenntnisse gewonnen", begründete Hörster die fast totale Rotation. Dass er zudem mit Oliver Neuville, Jan Simak, Yildiray Bastürk, Thomas Brdaric und Franca fünf Offensivkräfte aufbot, trieb den Feldversuch auf die Spitze und ließ die Frage nach dem neuen "Hörster-System" weitgehend unbeantwortet. "In der Abwehr müssen wir den Hebel ansetzen" Zudem ebneten zwei "katastrophale Abwehrfehler" Shola Amoebi (5./16. Minute) den Weg zum vorentscheidenden Doppelpack. Die Bayer- Defensive, die in 34 Pflichtspielen schon 58 Tore zuließ, stellte sich dabei erneut bloß. Die aufkeimende Sehnsucht nach einer Wende durch das 1:2 von Franca (26.) machte Lomano Luala (32.) fast postwendend zunichte. "Wir haben um die Gegentore fast gebettelt, obwohl wird uns vorgenommen hatten, aus der ersten Halbzeit zu Null zu kommen. Unerklärlich", kritisierte Hörster: "In der Abwehr müssen wir den Hebel ansetzen." Feste Aufgabenverteilung soll Sicherheit bringen In Hannover, wo Bayer das erste von 13 Abstiegs-Endspielen austrägt, werden Stammkräfte wie Carsten Ramelow, Diego Placente, Boris Zivkovic und Juan die Defensiv-Reihe bilden. "Ich werde an diesem System bis zum Ende der Saison festhalten", legte sich Hörster fest. Zudem soll es eine konkrete Arbeitsplatzbeschreibung für jeden Spieler geben. "Von der Anlage her war das ganz in Ordnung", stellte der frühere Amateur-Trainer fest, der eine weitere schlechte Nachricht verkraften musste: Daniel Bierofka brach sich am Dienstagmorgen im Training eine Rippe und fällt fünf Wochen aus. "Er bringt taktische Disziplin rein. Das wird man wahrscheinlich erst gegen Hannover sehen", sagte Torwart Jörg Butt, der optimistisch ist, dass es mit dem neuen Trainer klappt: "Die Champions League ist zweitrangig, dafür ist es in der Bundesliga zu brisant für uns." Nach zwei Niederlagen gegen den FC Barcelona (1:2) und Inter Mailand (2:3) hatte man ohnehin keine Illusionen mehr. "Wir wussten vor dem Spiel, dass für uns nur noch die Bundesliga zählt", meinte Bastürk. Calmund: "Die Mannschaft muss mit ihm arbeiten" Obwohl die Mannschaft Toppmöller ungern ziehen ließ, hat Hörster die ersten Begegnungen mit den Spielern positiv gewertet. "Die Aufnahme war gut bis sehr gut", berichtete der Ex-Nationalspieler, der auch äußerlich ein Zeichen des Wandels setzte. Statt mit Anzug und Krawatte - wie sein Vorgänger - präsentierte er sich im Trainingsanzug. Die Bayer-Führung würde auch keine Aufmüpfigkeit der Spieler gegen den neuen Coach zulassen. "Die Mannschaft muss mit ihm arbeiten. Ich lasse da jetzt keinen Befragungsbogen mehr rumgehen", sagte Bayer- Manager Reiner Calmund, den Fragen nach etwaigen Planungen für die 2. Liga nerven. Dennoch ist sein Club für den Fall der Fälle gewappnet: "Wir machen alle Szenarien durch, auch für den absoluten Supergau." Von Andreas Schirmer, dpa - Fotos: dpa |
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Zuletzt geändert am 19. Februar 2003 13:35 von sab |
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