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Mi 29.01.2003
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Deutsche Hoffnungen ruhen bei Ski-WM auf Martina Ertl und Hilde Gerg"Golden Girls" vor neuem Coup?
München - Als "Golden Girls" sammelten sie in den vergangenen zehn Jahren fast ein Dutzend Medaillen, und auch bei den alpinen Ski-Weltmeisterschaften in St. Moritz ruhen die deutschen Hoffnungen auf Martina Ertl und Hilde Gerg. Vor dem Saisonhöhepunkt ab Samstag in der Schweiz will sich das Duo aus Lenggries aber nicht unter Druck setzen lassen. "Es wäre wunderbar, wieder eine Medaille zu holen. Aber das kannst du nicht planen", sagte Martina Ertl. Auch Hilde Gerg will nur acht Wochen nach ihrem Kreuzbandriss von einer Rolle als Favoritin nichts wissen: "Ich gehe schon mit der Einstellung hin, eine Medaille zu gewinnen. Was aber dabei herauskommt, ist schwierig zu sagen." Bewegte Karriere mit vielen Rückschlägen Zu oft mussten die beiden mittlerweile "alten Skihasen" in ihren bewegten Karrieren Rückschläge hinnehmen. Die zweimalige Saison- Siegerin Hilde Gerg musste bei ihrer Verletzung Anfang Dezember wieder einmal feststellen, dass jederzeit das Aus kommen kann. Mittlerweile ist die Slalom-Olympiasiegerin von 1998 aber wieder optimistisch: "Das Knie ist so stabil, dass man bei einer Operation kein besseres Ergebnis erzielt hätte. Ich traue mir zu, Rennen zu gewinnen." Martina Ertl hat sich in diesem Winter ganz langsam von ihrer schlimmsten Formkrise erholt und erst am vorigen Wochenende mit Platz drei beim Riesenslalom in Maribor endlich auch in ihrer einstigen Lieblingsdisziplin wieder geglänzt.
Ertl schaut auf Kombi, Gerg auf Super G Bei ihrer fünften WM hat die 29-Jährige mit Starts in allen fünf Wettbewerben ein Mammutprogramm vor sich und hofft gerade als Titelverteidigerin in der Kombination auf ihre siebte Medaille bei einem Großereignis. Auch Hilde Gerg ist zum fünften Mal bei einer WM dabei und wird sich nach ihrem sensationell schnellen Comeback ganz auf die schnellen Disziplinen Abfahrt und Super-G konzentrieren, um nach drei Mal Bronze endlich auch den ersehnten WM-Titel zu feiern. Einzige konstante Größen im DSV-Lager Seit dem Rücktritt von Dreifach-Olympiasiegerin Katja Seizinger sind die "Wilde Hilde" und "Kamikaze Martina" die einzigen konstanten Größen im Alpin-Lager des Deutschen Skiverbandes (DSV). Schon seit der WM 1993 in Morioka/Japan holte - mit Ausnahme der WM 1999 in Vail/USA - mindestens eine von beiden bei jedem Großereignis Edelmetall. "Sie haben immer das Potenzial, ganz vorne dabei zu sein. Es macht aber keinen Sinn zu sagen, sie erreichen diesen oder jenen Platz", sagte Cheftrainer Wolfgang Maier. Rücktrittspläne mittlerweile revidiert Auch bei der WM vor zwei Jahren in St. Anton hatte keiner die nicht unbedingt als Freundinnen bekannten DSV-Damen auf der Rechnung. Gerade von Verletzungen genesen, überraschte das Duo mit Ertls Gold in der Kombination und Gergs Bronze im Super-G. Eine Wiederholung der Erfolge ist aber kein Selbstläufer. "Jede WM ist anders. Damals war ich nach der Bänderverletzung im Knie einfach erstmal froh, dabei zu sein", sagte Martina Ertl. Noch schwieriger war die Situation für Hilde Gerg, die nach ihrem Beinbruch nur ganz langsam wieder in Schwung kam. "Damals habe ich überhaupt nicht gewusst, kann ich überhaupt wieder Skifahren." Vielleicht wird St. Moritz zur Abschiedsvorstellung der beiden einzigen verbliebenen großen deutschen Skifahrerinnen. Hilde Gerg will kurz vor Saisonschluss ihre Zukunftspläne verkünden, ist sich aber selbst noch nicht sicher, ob sie an ihrem angekündigten Rücktritt festhält. "Es spricht so viel dafür, dass ich weiterfahre, und es spricht so viel dafür, dass ich nicht weiterfahre. Es ist keine Entscheidung, die ich mir leicht mache", sagte die 27-Jährige. Martina Ertl hat ihre erstmals geäußerten Rücktrittsüberlegungen für die kommende Saison aber offenbar schon wieder ad acta gelegt. "Momentan macht mir das Skifahren einfach wieder viel Spaß." Von Arne Richter, dpa - Fotos: dpa |
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Zuletzt geändert am 29. Januar 2003 11:28 von sab |
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