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Sa 18.01.2003

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Weltcup-Rennen in Wengen und Cortina: Gerg und "Herminator" Siebte

Kernen Schnellster am Lauberhorn

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Schweiz bejubelt ersten Heim-Sieg seit `94: Bruno Kernen auf der Abfahrt

Wengen - Hilde Gerg ist zwei Wochen vor der Ski-WM in St. Moritz in Medaillenform, die Schweiz jubelt über den ersten Heimsieg am Lauberhorn seit 1994 und Hermann Maier kann nach seinem Comeback schon wieder lächeln.

Während sich der "Herminator" bei der Weltcup-Abfahrt in Wengen über Platz sieben freute, als hätte er gewonnen, spielte Bruno Kernen den erfolgsverwöhnten Österreichern einen Streich. 24 Stunden nach seinem zweiten Rang machte der Abfahrtsweltmeister von 1997 auf der längsten Abfahrt der Welt (4455 m) sein Meisterstück und feierte seinen ersten Weltcupsieg seit Veysonnaz 1996.

Sieger Kernen: "Warten war schlimmer als Fahren"

"Das Warten im Ziel war schlimmer als das Fahren", meinte Bruno Kernen, der mit der Startnummer 19 noch über eine halbe Stunde zittern musste, bis der erste Schweizer Abfahrtssieg seit Didier Cuche 1998 in Kitzbühel feststand. Erst als der zunächst abgewunkene Amerikaner Daron Rahlves als Achter im Ziel war, konnte der 30-jährige Schweizer jubeln: "Jetzt bin ich nur noch glücklich. Das ist der schönste Tag seit langem."

Eberharter baut Gesamt-Führung aus

In 2:28,69 Minuten verwies Kernen die Österreicher Michael Walchhofer (2:28,92) und Stephan Eberharter (2:29,14) auf die Plätze. Vortagessieger Eberharter ("Ich hatte nicht mehr den Biss wie gestern") fiel zwar um zwei Plätze zurück, baute seine Führung im Gesamt-Weltcup mit 815 Punkten vor dem Amerikaner Bode Miller (754) aber aus.

Gerg mit ansteigender Form

In Cortina d'Ampezzo bestätigte Hilde Gerg derweil mit einem guten siebten Platz auf der "Olympia-Abfahrt" ihre ansteigende Form. "Ich bin mit den Rennen hier im Großen und ganzen zufrieden, aber man sieht auch, dass ich in gewissen Bereichen schon noch was tun muss", sagte die 27 Jahre alte Lenggrieserin, die sechs Wochen nach ihrem Kreuzbandriss im linken Knie dennoch ein gelungenes Comeback ablieferte. Vor allem die Plätze drei und sechs in den Super-G's machten ihr Mut.

Weniger gut lief es in Cortina für den Rest der Deutschen. Nur die 18-jährige Maria Riesch überzeugte noch als 17., Martina Ertl (Lenggries) und Regina Häusl (Bad Reichenhall) hingegen blieben auf den Rängen 20 und 21 hinter den Erwartungen zurück.

Goetschl große Siegerin unter der Tofana

Die große Siegerin unter der Tofana war die Österreicherin Renate Götschl. Einen Tag nach ihrem Sieg im Super-G gewann die 27 Jahre alte Österreicherin auch die Abfahrt. In 1:30,74 Minuten verwies sie die Amerikanerin Kirsten Clark (0,29 Sekunden zurück) und ihre Teamkollegin Michaela Dorfmeister (0,33) auf die Plätze. "Ich bin überglücklich, das waren zwei optimale Tage für mich", freute sich Götschl über ihre beeindruckendes Comeback. Erst vor elf Monaten hatte sie in Lenzerheide einen Unterschenkelbruch und einen Totalschaden im linken Knie erlitten.

Hervorragender siebter Platz - Maier-Comeback scheint gelungen

Die Schlagzeilen des Tages gehörten aber auch Hermann Maier. Im dritten Rennen nach seinem Comeback vor fünf Tagen in Adelboden fuhr der "Herminator" auf den hervorragenden siebten Platz (2:30, 60) und konnte erstmals wieder lächeln. "Gestern wollte ich es erzwingen, heute habe ich mir vorgenommen, nur eine Trainingsfahrt runter zu bringen. Das ist mir ideal gelungen", sagte der 30-Jährige erleichtert. Nun wird der Doppel-Olympiasieger von Nagano 1998 voraussichtlich auch die Hahnenkamm-Rennen am kommenden Wochenende in Kitzbühel bestreiten, sich dabei aber vor allem auf den Super-G am Freitag konzentrieren.

Grund zur Freude: Deutscher Max Rauffer für WM qualifiziert

Grund zur Freude hatte auch der Deutsche Max Rauffer. Mit der Startnummer eins fuhr der 30-Jährige auf den hervorragenden zwölften Platz (1:31,21) und qualifizierte sich mit seinem besten Saisonresultat endgültig für die WM in St. Moritz (2. bis 16. Februar). "Ich bin froh, dass ich die Fehler von gestern nicht mehr gemacht habe", meinte Rauffer sichtlich erleichtert: "Ich habe mich körperlich deutlich besser gefühlt, das war ein richtig guter Lauf von mir. Ich bin hoch zufrieden."

Am Freitag war der von einer Grippe geschwächte Rauffer mit über drei Sekunden Rückstand noch auf Platz 20 gelandet, dieses mal erwischte er vor allem die zwei Schlüsselstellen Brücken-S und Ziel-S fast optimal. "Das war endlich eine Fahrt, wie ich mir es vorstelle", sagte der WM-Zehnte von 2001: "Ich habe meine Nummer 1 optimal genutzt."

Thomas Häberlein und Michael Smejkal, sid


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Zuletzt geändert am 18. Januar 2003 17:55 von to

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