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So 17.11.2002

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Punktsieg über Markussen - Mit Doppel-WM Aufstieg in Millionenliga

"Vierzylinder" Ottke setzt sich durch

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Auf dem Weg zu den ganz großen Gagen: IFB-Weltmeister Ottke peilt auch den WBA- Gürtel an

Nürnberg - Sven Ottke steigt in die Millionenliga des Berufsboxens auf. Nach dem hart erarbeiteten Punktsieg über den dänischen Herausforderer Rudy Markussen Samstagnacht in der Nürnberger Arena steht der 35 Jahre alte Weltmeister im Supermittelgewicht nun vor dem größten und lukrativsten Kampf seiner Karriere.

Am 1. März soll der in Karlsruhe lebende Champion der International Boxing Federation (IBF) einen Titelvereinigungskampf gegen den Weltmeister der World Boxing Association (WBA), Byron Mitchell (USA), bestreiten. Ottke darf sich dabei auf eine Börse von einer bis 1,5 Millionen Euro freuen. Das wäre das größte Salär, das der IBF-Weltmeister je bei einem Kampf kassiert hat.

Selbst zu D-Mark-Zeiten lagen Ottkes Börsen bei Titelverteidigungen stets unter einer Million. Nun wird ihm Eintritt in jenen erlauchten Kreis gewährt, in dem sich Halbschwergewichts- Weltmeister Dariusz Michalczewski als "Dauer-Millionär" schon seit vielen Jahren tummelt.

Box-Promotor Sauerland trifft Schlitzohr Don King

"Über den Kampftermin sind wir uns einig. In den nächsten 14 Tagen erwarte ich den Vertragsabschluss", sagte Promoter Wilfried Sauerland, der den als Schlitzohr bekannten Mitchell-Manager Don King bereits am Donnerstag trifft. Als Austragungsort favorisiert Sauerland die Hanns-Martin-Schleyer-Halle in Stuttgart. Von einem möglichen Kampf gegen Michalczewski ist keine Rede mehr.

"Feuerwehr" Magnussen überraschend standhaft

Um Doppel-Weltmeister zu werden, muss Ottke allerdings mehr zeigen als bei seiner 16. Titelverteidigung gegen Markussen. Der schlagstarke Däne hatte dem gebürtigen Berliner vor 5500 Zuschauern mehr zugesetzt, als der es sich trotz intensiven Videostudiums ausgemalt hatte. "Ich war überrascht", gestand der in nunmehr 29 Profikämpfen ungeschlagene Champion und klagte über schmerzhafte Schläge. "Dass er wie die Feuerwehr loslegt, war klar. Aber ich hatte nicht erwartet, dass er so lange durchhält."

Schließlich war der Däne, der seine erste Niederlage nach 27 siegreichen Profi-Kämpfen kassierte, erstmals über die lange Distanz von zwölf Runden gegangen. Bisher kannte er nur Sechs- und Acht-Runden-Kämpfe. Am Ende fiel das Urteil mit drei Mal 116:112 Punkten einstimmig aus.

Mit schnellen Beine und blitzartigen Links-Rechten

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Treffend: "Ich bin ein Vierzylinder, Markussen ein Zweizylinder" (Ottke, li)

Der Titelverteidiger, der wenige Stunden zuvor seinen Vertrag mit Sauerland um ein weiteres Jahr bis März 2004 verlängert hatte, vertraute einmal mehr seinen stärksten Waffen: den schnellen Beinen und den blitzartig geschlagenen Links-Rechts-Kombinationen.

Markussen resigniert und lobt: "großer Champion"

"Ich bin ein Vierzylinder, Markussen ein Zweizylinder", wagte Ottke einen Vergleich aus der Motorenwelt und beschrieb damit den feinen Unterschied zwischen gleichmäßiger Laufruhe und robustem Schlagstakkato. "Ottke war zu schnell, ich konnte ihn nicht entscheidend treffen", gestand Markussen resigniert und lobte den Deutschen als "großen Champion".

Peinlicher Auftritt von Marcel Beyer: Ende der Profi Karriere?

Während Ottke seinen größten Coup plant, ist für seinen Teamgefährten Marcel Beyer die Profi-Karriere wohl beendet. Eine peinliche Niederlage des völlig ausgepumpten Zwei-Meter-Riesen gegen den allenfalls mittelmäßigen 39 Jahre alten deutschen Schwergewichts- Meister Andreas Sidon brachte Sauerland auf die Palme. "Das war sein letzter Kampf bei uns", grollte der Promoter. Auch Trainer Ulli Wegner brach den Stab: "Das ist eines Profis unwürdig."

Franko Koitzsch, dpa


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Zuletzt geändert am 17. November 2002 11:37 von to

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