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Eisschnell-Lauf: Claudia Pechstein gewinnt Weltcup-Auftakt

"Frühstarterin" übertrifft sich selbst

Hamar - Die erfolgreichste deutsche Wintersportlerin übertraf sich zu Beginn der nacholympischen Saison selbst. Claudia Pechstein präsentierte sich beim ersten Weltcup in Hamar/Norwegen in einer nie erlebten Frühform und schlug im so genannten Zickenduell völlig neue Töne an.

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In guter Frühform: Claudia Pechstein.

"Ich wünsche Anni gute Besserung. Wir sehen uns in Erfurt wieder", sandte die viermalige Olympiasiegerin nach ihrem souveränen Sieg über 3000 m Genesungswünsche an Dauerrivalin Anni Friesinger (Inzell), die wegen einer fiebrigen Erkältung nicht am Start war und ihr Debüt beim zweiten Weltcup vom 15. bis 17. November in der thüringischen Metropole geben will.

Galavorstellung im "Wikingerschiff"

Während die 25 Jahre alte Olympiasiegerin über 1500 m am Wochenende erstmals wieder auf dem Eis trainierte, lieferte Pechstein an der Stätte ihres ersten Olympiasieges eine wahre Galavorstellung ab und war erstmals in ihrer Karriere gleich zum Weltcup-Auftakt erfolgreich.

Im "Wikingerschiff" von Hamar, wo die 30-jährige Berlinerin vor acht Jahren Gold über 5000 m und Bronze über 3000 m gewann, siegte sie über die 3000-m-Distanz am Samstag in sehr guten 4:05,00 Minuten vor Barbara de Loor (Niederlande/4:08,54) und der Olympiadritten Cindy Klassen (Kanada/4:10,12). Es war ihr neunter Weltcup-Sieg auf dieser Strecke und ihr insgesamt 14. Weltcup-Triumph auf einer langen Strecke. Daniela Anschütz (Erfurt) wurde in 4:11,11 Sechste, ihre bislang beste Weltcup-Platzierung überhaupt.

Über 1500 Meter auf Platz zwei

Über 1500 m am Sonntag belegte Pechstein Platz zwei und musste sich auf ihrer "Nebenstrecke" in 1:58,82 Minuten im direkten Duell nur der Olympiavierten Cindy Klassen aus Kanada (1:58,07) geschlagen geben. "Das große öffentliche Interesse seit Salt Lake City ist für mich zusätzliche Motivation", erklärte Pechstein ihren besten Saison-Einstand. Schon bei den deutschen Meisterschaften vor Wochenfrist hatte die 30-Jährige mit zwei Titeln über 3000 m und 1500 m für ein persönliches Novum gesorgt.

"Dabei habe ich im Sommer weniger trainiert als im vorigen Jahr, aber dafür mehr auf die Qualität geachtet", meinte Pechstein und verwahrte sich gegen die Bezeichnung "Frühstarterin". Die schnellen Saisonerfolge seien gewissermaßen Zufallsprodukte, ihr großes Ziel sei die Einzelstrecken-WM vom 14. bis 16. März 2003 daheim in Berlin.

Deutsche Männer laufen nur hinterher

Bei den Männern sorgte Frank Dittrich mit Platz acht über 5000 m zum Abschluss für das beste Resultat der Deutschen Eisschnelllauf-Gemeinschaft (DESG). Der 34-jährige Chemnitzer lief in 6:36,44 Minuten auf Rang acht, während sich der Olymoiadritte Jens Boden (Dresden) in 6:39,55 beim Sieg des Niederländers Gianni Romme (6:28,39) mit Platz 13 begnügen musste. Über 1500 m hatte Jan Friesinger (Inzell) in 1:49,47 Minuten Platz neun belegt. Schnellster war in 1:47,39 Jewgeni Lalenkow (Russland).

Nach dem zweiten Weltcup nächste Woche in Erfurt machen die Mittel- und Langstreckler am 23./24. November in Heerenveen in den Niederlanden Station. Für die "Abteilung Sprint" um die deutschen Olympiamedaillen-Gewinnerinnen Sabine Völker (Erfurt) und Monique Garbrecht (Berlin) beginnt der Weltcup-Winter erst am 7./8. Dezember in der japanischen Olympiastadt Nagano.

Von Christiana Mansfeld, sid - Foto: dpa


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Zuletzt geändert am 10. November 2002 17:57 von sab

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