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Juniorin Claudia Stumpf gewinnt Silber - Massensturz im U23-Rennen

Turbulentes Ende kostet Baumann eine Medaille

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Knapp geschlagen: Claudia Stumpf (li.) musste lediglich Suzanne de Goede den Vortritt lassen.

Zolder - Die 18-jährige Claudia Stumpf hat bei den Rad-Weltmeisterschaften in Zolder die Silbermedaille bei den Juniorinnen gewonnen. Ein Massensturz 500 Meter vor dem Ziel des U23- Rennens verhinderte anschließend eine fast sicher scheinende weitere Medaille für den Bund Deutscher Radfahrer (BDR).

Der als starker Sprinter bekannte Eric Baumann aus Rostock war in aussichtsreicher Position gestürzt. Der Italiener Francesco Chicchi siegte nach 166,4 km im Massensprint nach einem wahren Endspurt-Slalom vor dem Niederländer Hans Dekkers und dem Spanier Francisco Gutierrez. Ein schwer verletzter Italiener wurde ins Krankenhaus gebracht.

"Stoß vom Weltmeister"

"Ich hätte sicher eine Medaille geholt. Ich glaube, es war der Weltmeister, der mir im Finale einen Stoß versetzt hat", sagte Baumann nach dem turbulenten Ende. "Ich habe einige Schürfwunden, aber der Schmerz über die entgangene Chance nach unserer geschlossenen Mannschaftsleistung ist schlimmer", sagte er weiter. "Meine Jungs sind sehr aufmerksam und gut gefahren. Wir waren bei allen Ausreißversuchen dabei. Schade, dass das nicht belohnt wurde", erklärte Bundestrainer Peter Weibel. Der BDR erwog nach dem Rennen Protest einzulegen, verwarf den Gedanken aber nach den Worten von Sportdirektors Burkhard Bremer.

"Mädchen sind großartig gefahren"

Abiturientin Claudia Stumpf aus Queidersbach hat mit der Vize- Weltmeisterschaft im Rennen der Juniorinnen über 76,8 km positiv überrascht. Den Titel nach einem Rennen mit zahlreichen Stürzen holte die Niederländerin Suzanne de Goede. Die Bronzemedaille sicherte sich die Schwedin Monica Holer. Claudia Stumpf, in diesem Jahr deutsche Meisterin der Juniorinnen, hatte bei der vorigen WM in Lissabon Rang 13 belegt. "Die vier Mädchen sind großartig gefahren", freute sich BDR-Präsidentin Sylvia Schenk.

Chancen auf Profi-Karriere stehen schlecht

Die Chancen für einige der deutschen U23-Fahrer, in der kommenden Saison im Profilager zu fahren, stehen schlecht. "Ich habe für einige schon mal die Fühler ausgestreckt, aber in diesem Jahr sieht es sehr schlecht aus. Allein in Italien stehen wegen der angespannten Lage auf dem Arbeitsmarkt 80 gute Rennfahrer auf der Straße", sagte Weibel. Baumann, der 2003 nicht mehr in der U23-Klasse starten dürfte, rechnet allerdings damit: "Ich habe Kontakte."

Vor Beginn des vierten Wettkampftages waren am Morgen in Zolder Blut-Kontrollen bei 29 Fahrern und Fahrerinnen vorgenommen worden. Es gab in keinem Fall Beanstandungen. Auch Mitglieder der deutschen Mannschaft waren getestet worden.

Von Andreas Zellmer, dpa - Foto: dpa


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Zuletzt geändert am 11. Oktober 2002 17:28 von sab

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