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So 29.09.2002

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Golf: Europa düpiert USA beim Ryder Cup
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Tiger Woods konnte das hoch dramatische Duell nicht mehr wenden

Europa düpiert USA beim Ryder Cup

Birmingham - Mit einer brillanten taktischen Meisterleistung hat das Team Europa zum sechsten Mal seit 1979 den Ryder Cup der Golfprofis gewonnen und Titelverteidiger USA mit 15,5:12,5 Punkten entthront. Der entscheidende Putt gelang am Sonntag dem Iren Paul McGinley, der sich im zehnten Match den punkt am 18. Grün mit Jim Furyk teilte. Den Tränen nahe, nahm Europa-Kapitän Sam Torrance den 35-jährigen "Matchwinner" in die Arme.

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Tiger Woods konnte das Blatt nicht mehr wenden

"Das ist das Größte, was ich je erlebt habe", meinte der Schotte völlig gerührt und trank Champagner. Der als letzter gegen den Schweden Jesper Parnevik gestartete Superstar Tiger Woods konnte das hoch dramatische Duell nicht mehr wenden. Wie in Trance teilte Woods sein Match mit dem Schweden, während Europas Golfstars jubelten.

Nach einjähriger Verlegung wegen der Terroranschläge vom 11. September 2001 nahm die als Außenseiter gestartet Auswahl von Torrance im "The de Vere Belfry" bei Birmingham späte Revanche für die 13,5:14,5-Niederlage von 1999 in Brookline (USA). Unter skandalösen Umständen hatte sich das USA-Team damals beim entscheidenden Matchplay einen unsportlichen Vorteil verschafft.

US-Kapitän Curtis Strange hatte sich verkalkuliert

Getragen von einer Woge der Begeisterung der mehr als 100 000 Zuschauer in den West Midlands war nach dem 8:8 nach den Vierern die 7:5-Überlegenheit Europas bei den 12 Einzeln im bis zum letzten Schlag dramatischen Matchplay entscheidend. US-Kapitän Curtis Strange hatte sich verkalkuliert, als er sein Trumpf-As Woods erst im letzten Flight ausspielte, während Europa mit dem überragenden Colin Montgomerie und Bernhard Langer früh einsetzte. Der Schotte war mit 4,5 von 5 möglichen Punkten vor Langer (3,5) der große Gewinner.

"Ich habe zwölf Löwen im Team, die USA nur einen Tiger"

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Bernhard Langer enttäuschte nicht

"Ich habe zwölf Löwen im Team, die USA nur einen Tiger", hatte Torrance argumentiert und das Spiel mit einer Offensiv-Taktik eröffnet. Die vermeintlich sieben Stärksten sollten so schnell wie möglich die entscheidenden Punkte einspielen. Strange dagegen hatte sich darauf verlassen, dass Europa sein Pulver früh verschießen und Woods das Feld von hinten aufrollen würde.

Zu Torrances Plänen gehörte auch, dass Langer mit der größten Erfahrung und Akzeptanz im Team eine Führungsrolle im Aufstellungs- "Puzzle" übernahm. Wie schon 1985 beim 16,5:11,5-Sieg über die USA im "The de Vere Belfry" hatte Langer den inzwischen 44-jährigen Hal Sutton wieder zum Gegner. Auf den 148. Weltranglistenplatz abgerutscht, fiel Sutton wie vor 17 Jahren auch auf den Grüns schnell zurück. Nach dem fünften Birdie von Langer war die Partie zu Gunsten Europas beendet.

Sergio Garcia: Zweite Trumpfkarte im Acht-Nationen-Team Europas

Montgomerie, der schon 3,5 Punkte bei den Vierern gesammelt hatte, war wie der Fels in der Brandung. In fünf Einzeln seit 1991 ungeschlagen, sollte der 39-jährige Schotte mit dem 46-jährigen Scott Hoch als (Aufwärm)-Gegner leichtes Spiel haben und setzte das vorbildlich bis zum letzten Putt am 14. Grün zum deklassierenden Sieg um.

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Paul McGinley flippt aus

Der 22-jährige Weltranglisten-Fünfte Sergio Garcia war die zweite Trumpfkarte im Acht-Nationen-Team Europas. Mit seiner positiven Einstellung und seinem Siegeswillen sollte der Spanier seine Kollegen motivieren, um einen Punkt zu sichern. Aber mit einem Schlag ins Wasser am 18. Grün verlor der extrovertierte Profi gegen den Weltranglisten-6. David Toms sein zweites Ryder Cup-Einzel seit 1999.

Fans feierten eine Riesenparty

Damit war die von Torrance gewünschte gute Ausgangsbasis für den Rest des Tages noch nicht gelegt. Doch der Däne Thomas Björn behielt am 17. Loch die Nerven gegen den Ryder-Cup-Debütanten Stuart Cink und setzte sich mit 2 und 1 durch, während der Engländer Lee Westwood seinen Zweikampf mit 2 und für Scott Verplank verlor. Als McGinley sich den Punkt mit Furyk teilte, schossen die Champagner-Fontänen in die Höhe - und die Fans feierten auf den Fairways eine Riesenparty.

Von Rainer Fülscher, dpa


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Zuletzt geändert am 29. September 2002 18:48 von tea

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