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Fr 30.08.2002

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US Open: Top-10-Trio gescheitert - Agassi und Hewitt problemlos weiter

Martina Müller fordert Venus Williams

New York - Dass sie in der Tennis-Lotterie von New York den Hauptgewinn Venus Williams gezogen hatte, erfuhr Martina Müller erst nach ihrem Match. Zwei Stunden und sechs Minuten kämpfte sie gegen die an Nummer 29 gesetzte Österreicherin Barbara Schett, bevor sie mit dem 5:7, 6:2, 7:5 den bisher wichtigsten Sieg ihrer jungen Karriere perfekt machte.

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Martina Müller muss nun gegen Venus ran

Aus Aberglauben hatte der Müller-Clan den Blick auf das Tableau gescheut, als es perfekt war, nahm die 19-jährige aus Hannover das Hammerlos Williams mit Humor: "Da werde ich mir mal was Schönes ausdenken, um sie ein bisschen zu ärgern." Müller ist die einzige verbliebene Deutsche bei den US Open, denn für Anca Barna (Leimen) war Chanda Rubin (USA) beim 1:6, 4:6 erwartungsgemäß eine Nummer zu groß.

Jewgeni Kafelnikow packt die Koffer

Am Tag, als der Regen kam, verabschiedeten sich im Herreneinzel gleich drei Top-Ten-Spieler von den US Open. Nach einer fünfstündigen Verspätung erwischte es bei kaltem Nieselregen zuerst den an Nummer vier gesetzten Russen Jewgeni Kafelnikow, dessen Leistung beim 3:6, 1:6, 1:6 gegen Dominik Hrbaty (Slowakei) an Arbeitsverweigerung grenzte. Ähnlich lustlos agierte Carlos Moya (Spanien/Nr. 8) beim 3:6, 3:6, 1:6 gegen Jan-Michael Gambill (USA), dagegen lieferte Albert Costa (Spanien/Nr. 8) dem Südafrikaner Wayne Ferreira beim 1:6, 6:7 (10:12), 4:6, 5:7, 4:6 zumindest einen großen Kampf.

Andre Agassi in Top-Form

Für Andre Agassi war der Arbeitstag dagegen schon nach 66 Minuten beendet. Vor den Augen seiner Frau Steffi Graf und des zehnmonatigen Sohnes Jaden Gil fertigte er seinen Landsmann Justin Gimelstob in der zweiten Runde mit 6:0, 6:1, 6:1 ab und meldete hinterher seine Ansprüche auf den dritten US-Open-Titel nach 1994 und 1999 an: "Ich fühle mich besser als je zuvor. In dieser Form zähle ich mich zu den Mitfavoriten."

Steffi Graf und Jaden Gil standen Papa Agassi zu

Titelverteidiger Lleyton Hewitt (Australien) eilt ebenfalls weiterhin ohne Satzverlust durch's Turnier. Nach seinem 7:6 (9:7), 6:4, 6:1 über Noam Okun (Israel) wartet nun die Neuauflage des letztjährigen emotionalen Thrillers gegen den rastazöpfigen Teenieliebling James Blake (USA).

Alles deutet auf ein Finale der Williams-Schwestern hin

Bei den Damen wäre alles andere als ein Finale der Williams-Schwestern eine Sensation. Dass ausgerechnet Martina Müller der zwei Köpfe größeren Venus ein Bein stellen könnte, wollte selbst ihr Trainer-Vater Reinhard nicht so recht glauben: "Wir freuen uns auf die Herausforderung, denn nach einem relativ schlechten Sommer zeigt Martinas Leistungskurve wieder nach oben. Trotzdem ist sie gegen Williams natürlich krasse Außenseiterin."

Für die Fed-Cup-Spielerin, die gegen Schett im ersten Satz einen 0:5-Rückstand aufholte und dabei großen Kampfgeist bewies, war der Sieg ein spätes Zeichen von Gerechtigkeit. Bei den German Open in Berlin hatte sie trotz einer großartigen Leistung in drei Sätzen gegen die Belgierin Justine Henin verloren, in New York reichte es nun erstmals gegen eine gesetzte Spielerin. Müller, die sich mit dem Erreichen der dritten Runde den Top 50 nähert und damit wieder die deutsche Nummer eins wäre, gefällt die New Yorker Variante eindeutig besser: "Ein bisschen schlechter spielen und am Ende gewinnen."

Frank Hoffmann, sid


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Zuletzt geändert am 30. August 2002 12:47 von tea

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