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Fr 09.08.2002
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Jubel um neuen 400-Meter-Europameister - Rekord im VisierSuper-Ingo genießt das "unbeschreibliche Gefühl"
München - Mit schweren Schritten, langsam wie ein Hobbyjogger, ohne Ehrgeiz: So lief Ingo Schultz die 400 Meter - auf der Ehrenrunde. "Das war das erste 800-Meter-Rennen meiner Karriere", scherzte der euphorisch gefeierte 2,01-Meter-Mann nach dem Gewinn des EM-Titels in München. Die Begeisterungsstürme genoss der 27-Jährige in vollen Zügen. Vor zwei Jahren kannten nur Insider den Viertelmeiler, jetzt stand er ganz oben auf dem Treppchen. "Da fällt der Druck so von einem ab und man darf es genießen. Das ist einfach ein unbeschreibliches Gefühl", schwärmte Schultz.
Rose auf der Ehrenrunde Seine Freundin Antje Buschschulte, als Schwimmerin schon mehrfache Europameisterin, hat nunmehr mächtig Konkurrenz bekommen: Der Modellathlet aus Hamburg lief endgültig in die Herzen der Zuschauer. Auf der Ehrenrunde bekam er von einer unbekannten Verehrerin eine Rose geschenkt. Nicht Hinz oder Kunz, sondern Schultz: Der neue Star hat den Rummel um seine Person erstaunlich gut verkraftet. "Meine Schultern sind ja breit genug." Antje Buschschulte hatte schon gezittert: "Hoffentlich wird er nicht Vierter." Daran, sagte ihr Lebensgefährte später, habe er nie gedacht. Und auch seine Disziplinkollegin Grit Breuer, mit der er am Nachmittag vor dem Rennen im Athletendorf noch einen Kaffee getrunken hatte, war sich sicher: "Der ist so cool, der braucht keine Tipps. Ich wusste, dass er gewinnt." "Ich musste ganz schön kämpfen" Am Ende musste Schultz jedoch ganz schön kämpfen, um seine Konkurrenten auf Distanz zu halten. "Es war ziemlich hart. Ich war froh, als ich im Ziel war", meinte der 1,1-Abiturient, der zur Zeit im Fach Elektrotechnik seine Doktorarbeit schreibt. Nach seinem überraschenden Vize-Weltmeister-Titel im vergangenen Jahr in Edmonton hat der für die LG Olympia Dortmund startende Hamburger sein Meisterstück gemacht. Europa-Rekord soll bald fallen "Es ist ein Riesenunterschied, ob man als Zweiter oder als Erster durchs Ziel läuft", verglich Schultz seine beiden großen Erfolge. "Von der Leistung her ist die Silbermedaille vielleicht höher einzuschätzen. Aber diese Goldmedaille gibt mir sehr viel. Es war fantastisch." Früher oder später soll der deutsche und der Europa- Rekord fallen. Die hält seit 1987 der Chemnitzer Thomas Schönlebe mit 44,33 Sekunden. "Man kann sich nicht in den Block setzen und das planen", erklärte Schultz (Bestleistung: 44,66). Sein Trainer Jürgen Krempin ist davon überzeugt, dass der Spätzünder eines Tages sogar unter 44 Sekunden laufen kann. Von Ulrike John, dpa - Fotos. dpa |
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Zuletzt geändert am 9. August 2002 11:49 von sab |
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