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Do 01.08.2002
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Franziska van Almsick in der Form ihres Lebens - Gerüchte um RücktrittDie "ewig Göttliche" und die Zukunft
Berlin - Franziska van Almsick schwimmt in der Form ihres Lebens, Krisen und Abstürze der Vergangenheit sind vergessen. Acht Jahre nach ihrem Weltrekord von Rom ist die 24-Jährige zurück in der absoluten Weltspitze, sie steht im Zenit des persönlichen Glücks. Superlativ jagt Superlativ in Berlin, die deutsche Hauptstadt liegt der Außergewöhnlichen zu Füßen. Die Gazzetta dello Sport widmete ihr die Überschrift "sempre divina", "auf ewig göttlich". Und jeder fragt sich, wie die Zukunft aussehen soll. Dabei ist das wichtigste Rennen über 200 m Freistil bei den Europameisterschaften in Berlin noch gar nicht geschwommen. "Der Weltrekord über 200 m Freistil ist mir heilig, die Strecke bedeutet mir sehr viel, viel mehr als die 100 Meter, das macht die Sache eher schwer", sagt der Superstar des deutschen Schwimmsports, hinter dem sich eine ganze Mannschaft willig einordnet. "Wir haben Franziska sehr viel zu verdanken, Schwimmen mit Franziska ist etwas anderes als ohne", sagt "Oldie" Christian Keller aus Essen, im Hauptberuf Bankkaufmann und Investmentberater. Hannah Stockbauer, die Sportlerin des Jahres, und alle anderen Frauen im Deutschen Schwimm-Verband (DSV) akzeptieren die Dominanz der Berlinerin. Auch Sandra Völker, die sich früher gern mit der Werbemillionärin zankte.
Franziska van Almsick steht wieder im Mittelpunkt, alles dreht sich nur um sie. Und in ihrer Heimatstadt blüht sie auf: "Ich fühle mich so glücklich wie vielleicht noch nie in meinem Leben, jeder lächelt mich an, jeder ist an meiner Seite, die Leute stehen zu mir, es ist wunderbar." Nach zweimal Staffel-Gold gewann die 24-Jährige über 100 m Freistil in deutscher Rekordzeit (54,39 Sekunden) ihren ersten Einzel-Titel und schraubte ihre einmalige Erfolgsbilanz auf dem Kontinent auf 16 Goldmedaillen seit 1993 in Sheffield. "So schnell wie noch nie" Das Gold von Berlin war zugleich die erste internationale Einzelmedaille seit Silber bei den Olympischen Spielen in Atlanta 1996. "Ich bin in meinem Leben noch nie schneller geschwommen, das macht mir Mut für die 200 m Freistil, obwohl ich mich schon nach dem zweiten Staffelrennen gefühlt habe, als hätte mich ein Lastwagen überfahren", erklärte die Weltrekordlerin. Mit Franziska van Almsick hatten schon die Freistilstaffeln ein neues Kapitel ihrer über Jahrzehnte andauernden Erfolgsgeschichte geschrieben: "Wir haben ein Zusammengehörigkeitsgefühl entwickelt, das nur auf der Ebene unserer gemeinsamen Erfahrung zu verstehen ist", sagt van Almsick. Neue Reife, neue Klasse, neue Rekorde: "Wir haben alle Negativerfahrungen gemacht wie ich in Sydney, die ich niemanden wünsche. Ich will so etwas niemals wieder erleben." Verzicht auf 100 Meter Schmetterling Nach dem Einzel-Gold umarmte sie ihren Trainer Norbert Warnatzsch. Mit ihm hat sie schon zusammengearbeitet, als sie zehn Jahre alt war und sich ihr einmaliges Talent abzeichnete: "Wir haben ein sehr inniges Verhältnis, ich brauche ihn an meiner Seite. Er ist es, der mir den letzten Kick gibt, er bereitet mich perfekt vor, er zählt zu denen, die auch noch an mich geglaubt haben, als es mir nicht gut ging. Und jetzt nach neun Jahren die persönliche Bestzeit nochmals zu unterbieten, das ist Wahnsinn, das freut mich mehr als der Titel." Nach dem ersten Einzel-Gold nach sieben Jahren gönnte sich van Almsick am Donnerstag einen Ruhetag und verzichtete auf den Start über 100 m Schmetterling, um sich ganz auf die 200 m Freistil konzentrieren zu können. In diesem Jahr war noch keiner schneller als sie (1:57,74). Und was wird nach Gold? In Berlin kursieren schon wieder Spekulationen über einen Rücktritt nach der EM. Norbert Warnatzsch sagt nur: "Ich hoffe, dass sie weitermacht." Von Christoph Fischer, sid - Foto: dpa |
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Zuletzt geändert am 1. August 2002 11:51 von sab |
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