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Do 01.08.2002
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Sparzwang nach Kirch-Pleite: Die Bundesliga macht ernstDas Ende der Großzügigkeit
München - Alle reden vom Sparen. Gehälter sollen gekürzt, Prämien gestrichen und Kader verkleinert werden. Selbst der Krösus Bayern München kündigte in Person von Manager Uli Hoeneß an, in den nächsten "ein, zwei Jahren Einsparungen auf der Kostenseite" machen zu wollen. Die Kirch-Krise hat in der Fußball-Bundesliga schließlich zu einer Minderung der TV-Erträge von "20 bis 25 Prozent" geführt, wie Bayer Leverkusens Finanzchef Wolfgang Holzhäuser sagt. Doch Sparen ist auf den ersten Blick nicht angesagt. Die Etats, mit denen die 18 Teilnehmer in der 40. Bundesliga-Saison planen, haben immerhin ein Gesamtvolumen von 664,5 Millionen Euro. In der Spielzeit 2001/2002 kalkulierten die damaligen 18 Klubs mit 633,5 Millionen Euro. Dass bewusster gewirtschaftet wird, zeigt allerdings der Transfermarkt: Die Ausgaben sind dort stark rückläufig. Statt 151 Millionen Euro wurden diesmal nur 105,05 Millionen Euro investiert. "Große" zeigen sich unbeeindruckt Wenn Klubs sparen müssen - die "Großen" sind es wohl nicht. Bayer Leverkusen kalkuliert nach einem erfolgreichen Geschäftsjahr mit 70 Millionen Euro Umsatz mit einem Etat von 38 Millionen Euro - eine Steigerung um 8 Millionen. Und die Transferausgaben von rund 25 Millionen Euro haben sich mehr als verdoppelt. Holzhäuser sagt, die "allgemeine Kostensteigerung" sei eben Ausdruck einer angestrebten "strukturellen Verstärkung" des Klubs. Etatansätze und Transferausgaben legen vor allem eines nahe: Die so genannte Schere zwischen den Großen und Kleinen geht immer weiter auseinander. Der deutsche Meister Borussia Dortmund, der als Kommanditgesellschaft auf Aktien erst im Oktober Angaben zu den Geschäftszahlen machen will, Rekordmeister Bayern München sowie der Dauer-"Vize" Leverkusen bestreiten zusammen 42 Prozent des Volumens der gesamten Ablösesummen. FCK: "Weniger Luxus bei Auswärtsspielen" Sparen müssen vor allem die "Kleinen" und "Mittelständler" der Bundesliga, die ihren Etat bislang zu einem hohen Prozentsatz durch die Fernseh-Gelder bestritten. Karl-Heinz Wildmoser, Präsident von 1860 München, etwa klagt über einen Einnahmeverlust von sechs, sieben Millionen Euro. Den Etat der "Löwen" hat er um 4 auf 29 Millionen Euro heruntergefahren, Baumaßnahmen auf dem Klub-Gelände (Turnhalle) zunächst gestoppt. "Die Zeit der Großzügigkeit ist zu Ende", behauptet auch der Vorstandsvorsitzende Jürgen Friedrich vom 1. FC Kaiserslautern, der wegen der Kirch-Pleite angeblich 8 Millionen Euro weniger einnimmt. Erste Konsequenzen am Betzenberg: Weniger Geld für neue Spieler (rund 5,5 Millionen Euro weniger als 2001/2002), Kürzungen bei den Prämien und "weniger Luxus bei den Auswärtsspielen". "Quer durch den Verein", so Friedrich, sollen Kosten reduziert werden. Reduzierung der Spielergehälter nur bedingt möglich Die Reduzierung der Gehälter ist in vielen Fällen allerdings wegen laufender Verträge nicht möglich. Aber: "Es wird die ein oder andere freiwillige Sonderprämie nicht mehr geben", erklärt Münchens Manager Hoeneß. Bei den Bonuszahlungen wird der Rotstift am ehesten angesetzt werden, so die Tendenz. "Kostenanpassung", nennt das einer wie Holzhäuser. Energie Cottbus hat zudem die Nichtabstiegs-Prämie gestrichen und die Charterflüge zu auswärtigen Spielen. Größere Einsparungen scheinen jedoch erst in der Zukunft möglich. "So lange die Einnahmesituation so ist, werden die Spieler beim FC Bayern künftig weniger verdienen", kündigte Hoeneß an. Jetzt werde es "schrittweise wieder normale Verhältnisse geben". Bruder Dieter Hoeneß schaffte es bei Hertha BSC Berlin schon mal, den brasilianischen Weltmeister Luizao von zehn Millionen Euro netto für vier Jahre auf zehn Millionen brutto zu drücken. "Situation wird sich im nächsten Jahr verschärfen" "Für die Spieler", sagt Giovane Elber vom FC Bayern, "ist die Situation schlechter geworden." Sein Trainer Ottmar Hitzfeld glaubt, dass es "im nächsten Jahr noch mehr Probleme" für die Profis geben wird: "Da werden noch mehr Spieler auf dem Markt sein, weil viele Verträge auslaufen." Einstweilen jedoch laufen die vielen Verträge weiter - und der Etat, der bei den "kleinen" Klubs" bis zu über 40 Prozent aus TV-Einnahmen bestand, muss irgendwie gedeckt werden. Die Möglichkeiten dazu sind vielfältig. Der VfL Bochum hat seine "Verstärkungen" komplett "für lau" bekommen. Der FC Bayern will seinen Luxus-Bus nicht mehr kreuz und quer durch Europa fahren lassen, um die Spieler ein paar Meter zwischen Hotel und Stadion zu chauffieren. Beim hoch verschuldeten VfB Stuttgart hat nach Manager Rolf Rüssmann und Trainer Felix Magath auch Krassimir Balakov (3 Millionen Euro) signalisiert, auf Gehalt verzichten zu wollen. Von Thomas Häberlein, sid - Foto: dpa |
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Zuletzt geändert am 1. August 2002 14:48 von sab |
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