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Mo 29.07.2002

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"Erträumter Auftakt": DSV startet mit Weltrekord in die Schwimm-EM

Goldener Doppelschlag der Freistil-Staffeln

Berlin - Die "Operation Gold" der deutschen Schwimmer bei den Europameisterschaften in Berlin begann furios mit zwei Titeln und einem Weltrekord über 4x100 Meter Freistil. Katrin Meißner, Petra Dallmann, Sandra Völker und Franziska van Almsick schafften am ersten EM-Finaltag in sensationellen 3:36,00 Minuten unangefochten den erhofften Titel und blieben dabei 61 Hundertstelsekunden unter der Bestmarke der USA beim Olympiasieg in Sydney.

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Gold-Damen (v.l.): Petra Dallmann, Kathrin Meißner, Sandra Völker und Franziska van Almsick.

Minuten später gewann überraschend auch das Männer-Quartett Gold. Die erste deutsche Medaille war zuvor auf das Konto der Magdeburgerin Nicole Hetzer über 400 m Lagen Bronze gegangen. "Das war der erträumte Auftakt. Wir fühlen uns, als hätten wir kleine Flügel auf dem Rücken", sagte Superstar Franziska van Almsick gerührt und hob in der Analyse des Erfolgs den Teamgeist besonders hervor: "In der Mannschaft ist alles anders geworden. Unsere gemeinsamen Erfahrungen haben uns klüger gemacht. Wir gehen wesentlich respektvoller miteinander um, weil viele auch so schlimme Erfahrungen gemacht haben wie ich in Sydney."

Sandra Völker völlig aus dem Häuschen

Sandra Völker war nach dem fünften deutschen EM-Staffeltitel über 4x100 m Freistil seit 1993 völlig aus dem Häuschen: "Es war wunderschön. Nach meinen Rückschlägen aus dem Winter freue ich mich um so mehr, dass alles so gut geklappt hat." Die geschlagenen Teams von Schweden (3:40,66) und Niederlande (3:41,98) lagen deutlich zurück. "Wir haben uns super nach oben gepuscht", kommentierte Franziska van Almsick den überraschenden Weltrekord.

Männer schwebten auf Wolke sieben

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Gold-Quartett der Herren (v.l.): Lars Conrad, Torsten Spanneberg und Stefan Herbst schreien vor Freude als Schlussschwimmer Stefan Kunzelmann nach ihrem Sieg aus dem Wasser steigt.

Die Männer schwebten ebenfalls auf Wolke sieben. "Grandios. Europameister im eigenen Land, einfach genial", schwärmte Startschwimmer Lars Conrad. Stefan Herbst, Torsten Spanneberg und Stefan Kunzelmann komplettierten das deutsche Quartett, das in 3:17, 67 Minuten hauchdünn vor Schweden (3:17,75) und Italien (3:18,20) anschlug. "Das war eine tolle Atmosphäre, fast wie bei Olympia 2000 in Sydney", meinte Kunzelmann angesichts der Hexenkessel-Stimmung in der mit rund 4000 Zuschauern gefüllten Schwimmhalle an der Landsberger Allee.

"Das war ein Auftakt nach Maß", sagte Cheftrainer und Sportdirektor Ralf Beckmann voller Stolz: "So darf es weitergehen." Nicole Hetzer hatte gegen Olympiasiegerin, Weltmeisterin und Titelverteidigerin Jana Klotschkowa aus der Ukraine (4:35,10) und das ungarische Talent Eva Risztov (4:36,17) zwar keine Chance, gewann Bronze aber in 4:42,22 mit großem Abstand vor der Rest-Konkurrenz: "Mit der Medaille ist ein Traum in Erfüllung gegangen. Ich bin zu schnell angegangen, und am Ende habe ich mir nur noch gesagt: Du musst, du musst, du musst."

Silber für Andreas Wels

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"Wir fühlen uns, als hätten wir kleine Flügel auf dem Rücken", sagte Superstar Franziska van Almsick gerührt.

Die deutschen Kunst- und Turmspringer vervollständigten den großen Tag des Deutschen Schwimm-Verbandes (DSV) mit Silber durch Andreas Wels aus Halle mit 463,59 Punkten im Wettbewerb vom Drei-Meter-Brett hinter dem überragenden alten und neuen Europameister Dimitri Sautin aus Russland (495,45).

Die deutsche Meisterin Daniela Samulski hatte die Wettbewerbe in der Halle im Europasportpark an der Landsberger Allee schon in den Vorläufen über 50 m Schmetterling (27,00) mit deutschem Rekord eröffnet und steigerte diese Marke im Halbfinale nochmals auf 26,88 Sekunden. Thomas Rupprath von der SG Bayer Wuppertal schwamm vor dem großen Finalduell mit dem Schweden Lars Frölander im Halbfinale auf der gleichen Distanz in 23,77 Sekunden ebenfalls deutschen Rekord.

Theloke: "Im Finale lasse ich es krachen"

Antje Buschschulte (Wuppertal) erreichte als Drittschnellste über 200 m Rücken (2:12,65) das Finale: "Wenn ich die Position im Endlauf schaffe, wäre das supergeil." Der deutsche Meister Jens Kruppa verfehlte um neun Hundertstel (1:02,07) den Endlauf über 100 m Brust, in dem über 100 m Rücken dagegen Europarekordler Stev Theloke (Chemnitz/55,28) und Steffen Driesen (Wuppertal/55,36) stehen. "Ich bin noch nicht bei 100 Prozent, im Finale lasse ich es krachen", kündigte "Theo" an.

Der 32 Jahre alte Ex-Weltmeister Jörg Hoffmann wurde in enttäuschenden 3:52,30 Minuten Sechster über 400 m Freistil, der deutsche Meister Heiko Hell (3:54,06) Achter. Titelverteidiger und Top-Favorit Emiliano Brembilla, aus Italien mit eigenem Fan-Klub angereist, war in 3:46,60 Minuten nicht zu schlagen, verfehlte den Europarekord seines zweitplatzierten Landsmannes Massimiliano Rosolino, der nach 3:48,70 Minuten anschlug, aber um exakt 3,20 Sekunden. "Die 400 Meter waren für mich nur eine Aufwärmübung für die 1500 Meter", sagte Hoffmann.

sid - Fotos: dpa


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Zuletzt geändert am 29. Juli 2002 19:53 von aj

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