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So 21.07.2002
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Boxen: Klitschko-Ersatz Luan Krasniqi gibt während EM-Kampf aufKopfschütteln und Rätselraten nach DesasterDortmund - Luan Krasniqi waren die Fußstapfen von Witali Klitschko gleiche viele Nummern zu groß. Der für den operierten Ukrainer zum Hauptkämpfer ernannte Europameister im Schwergewicht verlor Samstagnacht vor 7000 Zuschauern in der Dortmunder Westfalenhalle durch technischen K.o. in der neunten Runde gegen Przemyslaw Saleta (Polen) seinen Titel und wohl auch den Glauben an sich selbst.
"Er sollte sich wirklich überlegen, ob er weitermacht", gab Universum-Cheftrainer Fritz Sdunek unmittelbar nach dem für Krasniqi katastrophalen Ausgang zu bedenken. "Ich war einfach platt" Dabei hatte der gebürtige Kosovo-Albaner bei Halbzeit des auf zwölf Runden angesetzten Kampf und selbst zum Zeitpunkt des Abbruchs noch wie der Sieger ausgesehen. Umso unverständlicher wirkte dann die Aktion des früheren Amateur-Europameisters, mit der er das Ende auslöste. "Ich will nicht mehr. Schluss", sagte Krasniqi in der Ringpause vor der neunten Runde. Auch Trainer Michael Timm konnte ihn nicht mehr umstimmen. Der 31-Jährige war nach starken Anfangsrunden offenbar konditionell am Ende. "Ich war einfach platt", gestand er. Für Krasniqi war es die erste Niederlage im 21. Profi-Kampf. Promotor Kohl fehlten die Worte Das Desaster rief bei allen Beteiligten mehr als nur Kopfschütteln hervor. "In Führung liegend, gibt man keinen Fight so auf. Da muss der innere Schweinehund überwunden werden", schimpfte Michael Timm. Dem ansonsten so beredsamen Universum-Chef Klaus-Peter Kohl fehlten gar die Worte: "Ein für mich völlig überraschender Ausgang. Da bin ich sprachlos." Der entthronte Titelverteidiger bemühte sich weit nach Mitternacht zwar um Schadensbegrenzung ("Ich habe den Gegner unterschätzt und war wohl zu übermotiviert"). Dass Krasniqi aber ein psychisches Problem mit sich herumträgt, hatte zuvor wohl auch der letzte Zuschauer in der Westfalenhalle und am TV-Schirm gesehen. "Dass Saleta nicht so einfach auszuknocken war, hat Luan ein mentales Problem bereitet", bestätigte Timm. Er hatte seinen Schützling bereits im Januar beim EM-Gewinn gegen Rene Monse (Magdeburg) mit einigen Verbalattacken antreiben müssen. Pole Saleta mit dem Titel in Ruhestand? Der bereits 34-jährige Saleta feierte in seinem 45. Duell den 41. Sieg, der ihm einem kaum mehr erhofften Titel einbrachte. "Ich hatte meine Laufbahn eigentlich schon beendet. Doch dann kam ein Anruf, und ich habe meine Chance gesehen", schilderte der Pole die Umstände für das Zustandekommen des Duells. Ob Saleta seinen Titel allerdings noch verteidigen wird oder ob er in den Ruhestand zurückkehrt, ließ er offen. Im zweiten Hauptkampf des Abends um die WBC-International Meisterschaft im Cruisergewicht (bis 86,2 kg) trennten sich Alexander Petkovic (München) und Rüdiger May (Köln) unentschieden. In dem Duell der beiden großen deutschen Boxställe hatte Universum-Fighter Petkovic hatte in der ersten Hälfte des zwölfrundigen Kampfes mit seinem aggressiveren Stil Vorteile. Rüdiger May aus dem Sauerland- Camp setzte seine Führhand immer besser ein und gestaltete die letzten Runden des aufregenden Kampfes zu seinen Gunsten. Von Harald Becker, dpa - Foto: dpa |
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Zuletzt geändert am 21. Juli 2002 15:19 von sab |
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