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Sa 20.07.2002

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Golden League in Monte Carlo: Leichtathleten schon in EM-Form

Szabo unterstreicht Favoritenrolle

Monte Carlo - 18 Tage vor Beginn der Europameisterschaften in München (6. bis 11. August) haben die Leichtathleten in Monte Carlo ein Feuerwerk der Top-Leistungen abgebrannt. Vor der Haustür des Weltverbandes IAAF zählten zwei Europarekorde und neun Jahresweltbestleistungen zu den Höhepunkten.

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Neuer Europarekord: Gabriela Szabo glänzte beim Golden League-Meeting in Monte Carlo.

Gabriela Szabo aus Rumänien verbesserte auf der vierten Golden-League-Station die acht Jahre alte kontinentale Höchstleistung der Irin Sonia O'Sullivan über 3000 m mit 8:21,42 Minuten um 22/100 Sekunden und unterstrich ihre EM-Favoritenstellung. Über 3000 m Hindernis löste der Niederländer Simon Vroemen in 8:06,91 Minuten den Franzose Joseph Mahmoud (8:07,62) nach 18 Jahren ab.

"Hartes Stück Arbeit"

"Das war ein hartes Stück Arbeit", sagte Gabriela Szabo nach dem Zweikampf mit der Britin Paula Radcliffe (8:22,20). In der Bestenliste aller Zeiten ist sie nun Achte hinter sieben Chinesinnen, die 1993 in Peking für Furore gesorgt hatten. Zuvor waren die Asiatinnen schon bei der WM in Stuttgart bestaunt worden, gab es heftige Spekulationen um deren Leistungsexplosion und Dominanz. Für Vroemen blieb nur Platz drei: Weltrekordler Brahim Boulami (Marokko/7:58,09) und Stephen Cherono (Kenia/7:58,10) lieferten sich einen packendes Finish und knackten am Ende des tollen Laufabends vor 15 000 Zuschauern im "Stade Louis II" erstmals in diesem Jahr die Acht-Minuten-Grenze.

Die WM-Dritte Ana Guevara (Mexiko) nutzte die milden Temperaturen an der Cote d'Azur, um bei ihrem 400-m-Sieg in 49,25 Sekunden über die Jamaikanerin Lorraine Fenton (49,30) ihre eigene Saisonbestzeit um 26/100 Sekunden zu verbessern. Die 25-Jährige bleibt mit ihrem vierten Sieg nach Oslo, Paris und Rom ebenso im Rennen um den Jackpot aus 50 Kilo Gold (535 000 Euro) wie Marion Jones (100 m), Gail Devers (beide USA/Hürdensprint), Hicham El Guerrouj (Marokko/1500 m) und Felix Sanchez (Dominikanischen Republik/400 m Hürden). Die weiteren drei Meetings der Serie finden erst nach der EM in Zürich (16. August), Brüssel (30. August) und Berlin (6. September) statt.

El Guerrouj verpasste 1500-Meter-Weltrekord

Beim letzten großen Meeting vor München glänzte die Kubanerin Zulia Calatayud über 800 m in der Jahresweltbestzeit von 1:56,09 Minuten und setzte sich gegen die lange mit Vorsprung führende Weltmeisterin und Olympiasiegerin Maria Mutola (Mosambik/1:56,16) im Spurt durch. Danach verlor Mutola auch noch ihre Jahresbestzeit über 1500 m an die weißrussische Hindernis-Weltrekordlerin Alesja Turowa (4:01,01), die sich im Duell gegen die Amerikanerin Regina Jacobs (4:01,02) behauptete. Der dreimalige Weltmeister El Guerrouj lag auf Weltrekordkurs, verfehlte mit 3:27,34 Minuten seinen Bestwert am Ende jedoch um 1,34 Sekunden. Nur er selbst war bisher schneller, Bernard Lagat (Kenia/3:27,91) ist jetzt Dritter der ewigen Bestenliste.

Glänzend war auch der Auftritt von Weltrekordler Wilson Kipketer aus Dänemark: Der frühere Kenianer lief die zwei Stadionrunden in 1:43,76 Minuten. Wie Gabriela Szabo zeigte sich auch Benjamin Limo von der Niederlage vor einer Woche in Rom und dem damit verbundenen Ausscheiden aus dem Kreis der Jackpot-Anwärter in 7:34,72 Minuten gut erholt. Vor ihrem Heimaturlaub auftrumpfen konnte auch die dreifache Olympiasiegerin von Sydney, Marion Jones, die trotz schwachem Start in 10,84 Sek. die Saisonbestzeit von Weltmeisterin Shanna Pintusewitsch (Ukraine) einstellte.

Maurice Greene: 9,97 über 100 Meter

Klasseresultate wie die 9,97 Sekunden von Maurice Greene (USA) über 100 m oder die 17,63 m des Schweden Christian Olsson, mit denen er im Dreisprung den britischen Weltrekordler Jonathan Edwards (17,59) bezwang, gingen an diesem ereignisreichen Abend fast unter. Ähnlich erging es den sieben deutschen Startern, von denen zwei Stabartisten mit zweiten Plätzen gefallen konnten. Yvonne Buschbaum (Stuttgart) musste sich mit 4,59 m nur Europarekordlerin Swetlana Feofanowa (Russland) geschlagen geben, die sich nach 4,69 m vergeblich am Weltrekord von 4,82 m versuchte. Ebenfalls Zweiter wurde der deutsche Meister Lars Börgeling, der mit 5,80 m dem höhengleichen Amerikaner Jeff Hartwig unterlag. Steffi Nerius (Leverkusen) wurde mit 63,40 m Dritte im Speerwerfen.

Von Peter Juny, dpa - Foto: dpa


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Zuletzt geändert am 20. Juli 2002 14:48 von sab

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