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500.000 beim Christopher Street Day in Berlin

Schrille Party mit viel Polit-Prominenz

Berlin - Tropenhitze, Tanzvergnügen und viel Politprominenz: Mit einer schrillen Party hat Berlin am Samstag den Christopher Street Day gefeiert. Mehr als eine halbe Million Menschen säumten die Straßen, als die traditionelle Parade der Schwulen und Lesben mit mehr als 80 grell geschmückten Wagen vom Kurfürstendamm zur Siegessäule zog. Dort fand am frühen Abend die Abschlusskundgebung mit Berlins Regierendem Bürgermeister Klaus Wowereit statt.

Anklicken zum Vergrößern Bundestagspräsident Wolfgang Thierse lässt sich bei der Christopher- Street- Day- Parade in Berlin den Bart kraulen.

Die Parade stand diesmal unter dem Motto "Wir machen Berlin anders - weltoffen, tolerant, queer". Prominentester Teilnehmer war - neben Klaus Wowereit - Bundespräsident Wolfgang Thierse, der im Strohhut auf einem der Wagen mitfuhr und sich vor laufender Kamera den Bart kraulen ließ. Auf ein Kostüm verzichtete der zweithöchste Mann im Staate jedoch: "Ich glaube auch nicht, dass irgendjemand erwartet, dass ausgerechnet der Thierse sich verkleidet und der allgemeinen Fröhlichkeitskultur und dem Zwang zum Gag unterwirft", sagte er.

Thierse mahnt Geduld an

Thierse, der vergangenes Jahr als bislang ranghöchster Politiker Deutschlands auf der Abschlusskundgebung des Christopher Street Day (CSD) gesprochen hatte, bezeichnete eine völlige Gleichstellung der Homosexuellen-Ehe als verfrüht. Die Schwulen- und Lesbenverbände mahnte er zu mehr Geduld: "Ich bitte um Verständnis, dass man zunächst einmal der Mehrheitsgesellschaft Zeit lässt, sich an den Fortschritt zu gewöhnen, den die rot-grüne Koalition mit dem Lebenspartnerschaftsgesetz erreicht hat", sagte er der "Berliner Zeitung". Weitergehende Forderungen seien unrealistisch.

Anklicken zum Vergrößern Für die Besucher ließen diese "Engel" rote Rosen regnen.

Süssmuth: Neue Sündenböcke

Die frühere Bundestagspräsidentin Rita Süssmuth wurde mit einem der Preise für Zivilcourage ausgezeichnet. Verbraucherministerin Renate Künast (Grüne) würdigte die CDU-Politikerin in ihrer Laudatio für deren Kampfesmut. Süssmuth habe immer quer gedacht und gehandelt und sich für Toleranz eingesetzt. "Sie haben sich diesen Preis durch schwere tägliche Arbeit verdient", sagte Künast. Süssmuth warnte, in der komplizierter werdenden Welt würden wieder Sündenböcke gesucht, die man ausgrenzen könne. Wowereit: "Ich bin schuld" weiterblättern


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Zuletzt geändert am 23. Juni 2002 16:20 von jo

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