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Williams-BMW-Pilot: "Müssen zu Ferrari aufschließen"

"Schumi II" mit Löwenzahn-Schopf

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Spielberg/Österreich - Die haarige Angelegenheit ist ihm sichtlich peinlich und er versucht sie so gut wie möglich zu verstecken. Unter der tief heruntergezogenen blauen Mütze leuchtet Ralf Schumachers Schopf so grell-gelb wie die Löwenzahnwiesen rund um den A1-Ring dennoch hervor.

"Das war ein Unfall. Dass meine Haare jetzt blond sind, ist nur noch Schadensbegrenzung", sagte der Williams-BMW-Pilot in Spielberg sichtlich verlegen. "Es sollten nur ein paar Strähnen rein, und dann war alles rot." Juan Pablo Montoya schlug sich vor Lachen auf die Schenkel, als er seinen Teamkollegen ohne die vieles verdeckende Kappe erblickte.

"Wir haben das Geld, die Leute, das Material"

Um Schadensbegrenzung geht es für Schumacher auch am Sonntag beim Großen Preis von Österreich. Sein Bruder Michael und Ferrari fahren der Konkurrenz momentan Meilen weit voraus. Sollte der viermalige Formel-1- Weltmeister auch in der Steiermark gewinnen, wäre das Titelrennen wohl schon nach einem Drittel der Saison entschieden. Trotz aller Enttäuschung über die aktuelle Chancenlosigkeit der Weiß-Blauen gegen die Roten resigniert Ralf Schumacher - zumindest nach außen hin - nicht: "Dass Ferrari so davonzieht, ärgert uns natürlich. Aber wir müssen an unser Potenzial glauben. Wir haben das Geld, die Leute, das Material."

Illusionen macht sich der 26 Jahre alte Rheinländer aber keine. "Wir müssen noch in dieser Saison an Ferrari rankommen. Sonst brauchen wir uns auch für nächstes Jahr keine Hoffnungen zu machen, die Roten in der WM schlagen zu können", gibt er die Marschrichtung vor. Dies bedeutet vor allem, dass die aerodynamischen Schwachstellen des FW 24 schleunigst beseitigt werden müssen. "In der Aerodynamik liegen unsere größten Nachteile", stellte "Schumi II" fest: "Jeder im Team weiß, wo die Schwachstellen sind, da tritt man keinem auf die Füße." Williams-BMW sei eine Einheit, es gebe keine Fronten im Team: "Der Druck, der ausgeübt wird, ist konstruktiv."

Barcelona - das war ein besch......... Wochenende"

Bei seinem "halben Heimrennen" ist sich der bei Salzburg lebende Wahl-Österreicher sicher, dass Williams-BMW wieder näher an Ferrari heranrücken kann als zuletzt in Spanien. "In Barcelona war der Abstand größer als erwartet. Das war ein besch......... Wochenende", erinnerte er an seinen folgenschweren Rumpler über die Randsteine und den späteren Motorschaden. Der vergleichsweise anspruchslose Berg- und-Tal-Kurs sollte Williams-BMW besser liegen. "Das ist nur Bremsen, Gas geben, Bremsen", beschrieb Ralf Schumacher die Charakteristik des A1-Rings mit vielen Vollgaspassagen: "Wir haben gute Bremsen und einen guten Motor."

Ob dies reichen wird, seinen mit 44 Punkten souverän vor Montoya (23) und ihm (20) führenden Bruder am Sonntag bezwingen zu können, bezweifelt Ralf Schumacher eher: "Ich kann mir schon vorstellen, dass Michael hier seinen ersten Sieg holt." Aber ein bißchen Hoffnung, dass dieser seine Negativ-Serie in Spielberg fortsetzen könne, hegt "Schumi II" doch: "Michael hatte dieses Jahr noch keinen technischen Defekt. Das kann ja auch mal passieren..."

Von Elmar Dreher, dpa


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Zuletzt geändert am 10. Mai 2002 14:00 von tea

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