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Radsport: Italiener Andrea Tafi gewinnt Flandern-Rundfahrt

Sturz beendet Wesemanns Traum

Meerbeke - Erik Zabels Traum vom zweiten deutschen Sieg in der Flandern-Rundfahrt hat sich mit dem "Trostplatz" zehn nicht erfüllt. 38 Jahre nach dem Triumph von Rudi Altig im neben Paris-Roubaix schwersten aller Radsportklassiker musste sich der 31-Jährige aus Unna mit einem achtbaren, aber letztlich frustrierenden Rang im zweiten Verfolgerfeld begnügen.

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Schlug allen ein Schnippchen: Andrea Tafi jubelt über seinen Sieg bei der Flandern-Rundfahrt.

Zu allem Überfluss wurde er im Kampf um die Sprinterkrone von seinem Erzrivalen Mario Cippolini (9.) aus Italien geschlagen, der drei Wochen nach seinem Triumph bei "Mailand-San Remo" die Führung im Weltcup-Gesamtklassement erfolgreich verteidigte. "Mehr war leider für uns nicht drin, nachdem Steffen Wesemann durch Sturz ausfiel, da hat Erik zu viel Kraft gelassen", sagte Telekom-Teamchef Walter Godefroot.

Lachender Dritter im belgischen Duell

Nach dramatischem Rennverlauf auf den 264 km von Brügge bis Meerbeke bei Brüssel siegte erstmals der Italiener Andrea Tafi (Mapei) in 6:58:43 Stunden, der damit drei Jahre nach dem Triumph bei Paris-Roubaix auch den zweite schwersten aller Klassiker in seine Trophäen-Sammlung aufnehmen konnte. 21 Sekunden zurück folgten die beiden hohen belgischen Favoriten Johann Museeuw (Sieger 1993-95-98) und Peter van Petegem (1999), von deren Rivalität der 29-jährige Tafi geschickt profitierte.

Anstiege setzten Telekom-Assen zu

Fünf Akteure machten das zweite Weltcuprennen der Saison nach packendem Finale unter sich aus. "Meine Mannschaft hat hervorragende Arbeit geleistet und Museeuw und van Petegem in Schach gehalten. Es ist nicht wie bei Paris-Roubaix, aber ich bin sehr glücklich, diesen schweren Klassiker gewonnen zu haben", sagte der 35-jährige Tafi.

Bis 55 km vor dem Ziel hatte es so ausgesehen, als könnten die Asse des Teams Telekom stechen, doch dann schmolzen alle Hoffnungen im "Fegefeuer" von Kopfsteinpflastern, giftigen Anstiegen und scharfem Gegenwind dahin. Mitfavorit Steffen Wesemann gab nach Sturz auf.

Vorentscheidung an der Mauer von Geraardsbergen

Danach konnte sich auch Zabel nach dem Pech von Mailand-San Remo trotz großem Kampf mehr nicht in Szene setzen. Acht beherzte Fahrer waren rund 50 km vor dem Ziel weggesprungen und hatten die Vorentscheidung eingeleitet. Fünf setzten sich an der berüchtigten Mauer von Geerardsbergen ab, 15 km vor dem Ziel, dem vorletzten der 16 Anstiege, die zumeist über Kopfsteinpflaster führten.

65 km vor dem Finale am Paterberg mussten erstmals viele Fahrer vom Rad, weil ihnen die Kräfte schwanden oder gestürzte Akteure den Weg versperrten. Beim folgenden Anstieg zum Koppenberg, der nach einem schlimmen Unfall 1987 erstmals wieder auf dem Streckenplan lag, erwischte es Steffen Wesemann.

Taktik wurde reines Wunschdenken

Der mit so großen Hoffnungen gestartete Wahl-Schweizer, im Vorjahr Zwölfter, stürzte und schied mit Defekt aus, weil der Mannschaftswagen zu spät kam. Der über fünf Stunden lang seit Kilometer 50 führende belgische Außenseiter Erwin Thys wurde 19 km vor dem Ziel geschluckt, doch er hatte sich an diesem Tag in die Herzen Flanderns gefahren.

Der Wind blies den ganzen Tag über heftig aus Osten. "Wer da einmal abreißen lässt, kommt kaum noch wieder nach vorn", hatte Godefroot seine Truppe gewarnt. Der Belgier, der die "Ronde van Vlaanderen" selbst 1968 und 1978 zweimal gewann, gab die klare Marschroute aus: "Wir setzen auf Zabel und auf Wesemann, beide haben ihre Chance." Doch das erwies sich in den Stunden danach als reines Wunschdenken. So blieb es beim einzigen deutschen Sieg durch Rudi Altig 1964.

Von Dieter Hennig, sid - Foto: dpa


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Zuletzt geändert am 7. April 2002 18:21 von sab

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