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So 10.03.2002
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| Thorsten Fink Jubelt nach seinem 2:1-Treffer. |
Einen psychologischen Vorteil im Kampf um die Meisterschale verschaffte sich der FC Bayern beim 2:1-Sieg im 195. Lokalderby über den TSV München 1860. Mit seinem Kopfballtreffer Sekunden vor dem Abpfiff beeindruckte Thorsten Fink nicht nur die "Löwen", sondern auch die Titelkonkurrenten. "Das schockt die anderen immer am meisten", frohlockte der Vorstandsvorsitzende Karl-Heinz Rummenigge mit Blick auf mögliche Nebenwirkungen bei den Rivalen aus Leverkusen und Dortmund. Auch ohne acht gesperrte oder verletzte Profis hielt sich das Team von Ottmar Hitzfeld schadlos und gab die passende Antwort auf das Pokal-Aus am vergangenen Mittwoch beim FC Schalke.
Gerede vom "ewigen Zweiten"
Auf einen Ausrutscher des um drei Punkte enteilten Bayer-Teams hofften die Münchner jedoch vergeblich. Der Spitzenreiter präsentierte sich gegen die hoffnungslos unterlegenen Profis von Energie Cottbus zwar nicht in meisterlicher Form, kam aber zu einem ungefährdeten 2:0-Erfolg. Ungeachtet des Kräfte zehrenden Programms mit Spielen in Meisterschaft, Champions League und DFB-Pokal berannten die Leverkusener das Gästetor im Minutentakt, wurden aber wegen ihrer Abschlussschwäche nicht angemessen entlohnt. Jens Nowotny sieht dem Nerven aufreibenden Liga-Showdown zuversichtlich entgegen. Das Gerede vom "ewigen Zweiten" lässt den Bayer-Abwehrchef kalt: "Man kann sich auch vieles einreden lassen. Die Öffentlichkeit hätte es gern, dass wir ein bisschen müde werden. Aber diesen Gefallen werden wir ihr nicht tun."
Dortmund in Lauerstellung
Nur einen Punkt hinter Leverkusen liegt Borussia Dortmund in Lauerstellung. Nach vier Punktspielen ohne Sieg und dem Verlust der Tabellenführung meldete sich der Revierclub mit einem 3:1 über Borussia Mönchengladbach zurück. "Ich hoffe, das war der Wendepunkt", meinte Christian Wörns im Anschluss an ein kurioses Spiel mit zwei Selbsttoren von Peter Nielsen und Leonardo Dede. Wörns sieht sein Team wieder auf gutem Weg Richtung Meisterschaft: "Aber einen Ausrutscher dürfen wir uns nicht mehr erlauben."
Gelb-Rot für Ramzy
Aus dem engsten Kreis der Titelaspiranten verabschiedet hat sich vorerst der 1. FC Kaiserslautern. Doch die 1:2-Niederlage bei Hansa Rostock sorgte noch aus anderen Gründen für reichlich Gesprächsstoff. Der in der Vorwoche wegen sexueller Nötigung verurteilte Hany Ramzy erwies seinem Team nicht nur jenseits des Rasens einen Bärendienst. Der übermotivierte Ägypter sah nach grobem Foul die Gelb-Rote Karte und brachte seinen Trainer damit in arge Erklärungsnöte: "Er hat mir signalisiert, dass er völlig frei im Kopf ist", rechtfertigte Andreas Brehme die umstrittene Aufstellung des Sünders.
St. Pauli schöpft Hoffnung
Genauso spannend wie das Rennen um die Meisterschaft dürfte der Kampf um den Klassenverbleib werden. Während das Schlusslicht 1. FC Köln nach dem 1:5 in Wolfsburg bei nunmehr neun Punkten Abstand zum rettenden 15. Tabellenplatz für die 2. Liga plant, schöpfen die Aufsteiger des FC St. Pauli nach dem 1:0-Erfolg über den kriselnden SC Freiburg wieder neue Hoffnung. Einen möglicherweise folgenschweren Rückschlag musste dagegen der 1. FC Nürnberg hinnehmen. Die demoralisierende 0:4-Heimschlappe gegen Werder Bremen brachte Club- Präsident Michael A. Roth in Rage: "Die Mannschaft hat scheinbar die Hosen voll. Noch so ein Spiel ist nicht mehr zumutbar."
dpa - Fotos: AP, dpa
Donnerstag, 15. Januar 2004, © RZ-Online GmbH
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Zuletzt geändert am 10. Maerz 2002 19:33 von aj