So 27.01.2002
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... "Die besten zwei Wochen meines Lebens"
Dabei hätte der Nachfolger des verletzten Andre Agassi das Endspiel fast verpasst. Sein Trainer hatte vergessen, bei den Organisatoren ein Auto zu bestellen. Er und sein Coach seien hätten ein Taxi nehmen müssen, erzählte der zurückhaltende Blondschopf bei der Siegerehrung.
Safin nahm Niederlage gelassen
Schließlich ging der 26-Jährige doch etwas aus sich heraus. "Wir werden heute Abend viel Spaß haben", rief er einer Gruppe von etwa 20 äußerst stimmgewaltigen blau-gelben Schlachtenbummlern zu, die beim ersten Matchball spöttisch "Happy Birthday, Marat!" sangen. Der Halbfinal-Bezwinger von Thomas Haas (Hamburg) nahm es gelassen: "Ich konnte nichts machen, er hat zu gut gespielt." Der im 2:53 Stunden langen Match oft frustrierte Safin hatte sogar seinen Humor schnell wiedergefunden. Der Moskauer dankte mit Blick auf seine blonden Begleiterinnen auf der Tribüne "meiner Familie" und riet dem Sieger: "Genieße den Sieg, so gut Du kannst."
Auf den Spuren von Edberg und Wilander
In Johansson hat nach fast einem Jahrzehnt erstmals wieder ein Schwede eines der vier wichtigsten Tennis-Turniere zu seinen Gunsten entschieden. Zuletzt hatte Stefan Edberg 1992 die US Open gewonnen. Letzter schwedischer Australian-Open-Sieger war vor 14 Jahren Mats Wilander, der außerdem 1983 und 1984 nicht zu schlagen war. 1985 und 1987 setzte sich Edberg auf dem Rasen des Kooyong-Stadions durch. Beide seien seine Idole gewesen, verriet Johansson. Wilander hatte im vorigen Jahr Safin trainiert, weilte aber nicht nach Australien.
Einige Beobachter sehen in Johansson jedoch eine ähnliche "Eintagsfliege" wie etwa Andres Gomez aus Ecuador, der nach seinem French-Open-Erfolg 1990 wieder in der Versenkung verschwand. Bei seinen bisherigen 24 Grand-Slam-Turnieren war Johansson nie über das Viertelfinale hinaus gekommen. "Ich werde gleich das nächste gewinnen", sagte er ironisch, schloss dies im nächsten Atemzug aber schon wieder aus. Die im Mai folgenden French Open finden auf Sand statt, seinem schwächsten Belag. In Wimbledon und bei den US Open rechne er sich jedoch eine kleine Chance aus, sagte der letztjährige Sieger des Rasen-Turniers von Halle/Westfalen.
Mit zunehmender Spieldauer immer sicherer
In Melbourne nutzte er in der schwächer besetzten unteren Hälfte die Favoritenstürze und spielte sich gegen nicht gerade prominente Kontrahenten ins Finale durch. "Meine Nervosität war noch größer als im Halbfinale", gab Johansson zu. Er verlor sofort seinen Aufschlag und dann auch den ersten Satz, weil er sechs Breakchancen nicht nutzen konnte. Danach schlug der introvertierte Eishockey-Fan jedoch immer besser auf, retournierte stark und punktete mit seiner doppelhändigen Rückhand häufiger als der erstaunte Safin. Im vierten Satz verpasste Johansson ein zweites Break zum 3:0, wackelte kurz, holte sich im Tiebreak aber eine 6:1-Führung und jubelte, als beim vierten Matchball ein Ball von Safin knapp ins Aus segelte.
590.000 Euro Preisgeld für den Sieger
Der Weltranglisten-Elfte schaffte zwei Tage nach dem Sieg über Haas kein erneutes Comeback und unterlag Johansson im vierten Duell zum zweiten Mal. Während er bei den US Open 2000 unbeschwert gegen Pete Sampras aufspielte, kam Safin mit der Bürde des Favoriten nicht klar. "Das war eine gute Lektion für mich", musste er zugeben. Bei halb geöffnetem Dach und angenehmen Temperaturen fühlte sich Johansson nach einem Tag mehr Pause frischer: "Meine Physis war früher meine Schwäche, jetzt ist sie fast meine Stärke. Natürlich habe ich gesehen, dass Marat müde ist." Johansson durfte sich über umgerechnet 590 000 Euro (1,15 Mio. Mark) Preisgeld freuen, Safin zumindest über die Hälfte und eine große Geburtstagstorte.
Von Robert Semmler, dpa - Fotos: AP, dpa
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