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Ski: Hilde Gerg im Pech / Vidal im Glück
Ski: Nur Hilde Gerg fährt vorne mit

Weltcup in St. Moritz und Kranjska Gora: Putzer siegt - Vidal erstmals oben

Gerg spielt nur das Wetter einen Streich

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Hilde Gerg im Pech.

St. Moritz - Der Sieg schien ihr gewiss, doch dann spielte das unberechenbare Wetter Hilde Gerg einen Streich. "Wenn die Sonne nicht gekommen wäre, dann hätte ich gewonnen", sagte die 26 Jahre alte Lenggrieserin nach dem Weltcup-Super-G in St. Moritz selbstbewusst.

Aus dem vermeintlichen zweiten Erfolg im olympischen Winter wurde in einem kuriosen Rennen allerdings nur Rang fünf, doch was nach einer billigen Ausrede klang, traf in der Tat zu: Durch die Wetter-Kapriolen wurde die beste deutsche Ski-Rennläuferin zumindest um einen Platz auf dem Siegerpodest gebracht, das sie nur um zwei Hundertstel verfehlte. "Das hätte es wirklich nicht gebraucht", stieß sie ein wenig enttäuscht hervor.

Als Hilde Gerg bei diffusem Licht mit Startnummer 12 durch's Ziel raste, leuchtete die "1" auf der Anzeigetafel auf. Die Freude, die sich die Slalom-Olympiasiegerin von 1998 danach aus der Kehle schrie, währte allerdings nicht lange. Ein paar Minuten später lugte die Sonne aus den Wolken hervor, die Sicht wurde besser - und Gerg (1:27,17 Minuten) nach hinten durchgereicht: Somit feierte Karen Putzer aus Italien (1:26,18) in St. Moritz den zweiten Weltcup-Sieg ihrer Karriere vor Teamkollegin Daniela Ceccarelli (0, 75 Sekunden zurück). Zeitgleich auf Rang drei landeten Kirsten Clark aus den USA und Stefanie Schuster aus Österreich (je 0,97 zurück).

Vidal: "Das ist wie im Phantasia-Land"

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Jean-Pierre Vidal im Glück

Derweil machte der Franzose Jean-Pierre Vidal beim Weltcup-Slalom im slowenischen Kranjska Gora sein Meisterstück und feierte den ersten Sieg seiner wechselhaften Karriere. Mit einem "Jahrhundertlauf" (Mario Matt) stürmte der 24-jährige Nobody vom vierten auf den ersten Platz und siegte mit 0,75 Sekunden Vorsprung vor Österreichs Weltmeister Mario Matt (1:43,23), der nach dem ersten Durchgang noch überlegen geführt hatte. Mit Platz drei machte der Kroate Ivica Kostelic (1:43,40) das Glück der 15.000 Zuschauer im slowenischen Wintersportort komplett.

Im März 1999 hatte sich Vidal beim Training zur französischen Abfahrts-Meisterschaft beide Knie zertrümmert (Kreuzbandriss links und rechts) und saß danach sogar kurz im Rollstuhl. Zweieinhalb Jahre danach kehrte er zurück und fuhr nach Platz drei Ende November in Aspen zu seinem ersten Sieg. "Das ist wie im Phantasia-Land", staunte Vidal über den steilen Aufstieg: "1999 war ich noch an den Rollstuhl gefesselt und habe nicht im Traum gedacht, jemals wieder auf dem Podium zu stehen."

Deutschen spielten keine Rolle

Die Deutschen spielten auf der eisigen Piste Podkoren wieder einmal keine Rolle. Markus Eberle (Kleinwalsertal) und Alois Vogl waren als 32. und 35. des ersten Durchgangs zu langsam für das Finale. 48 Tage vor den Winterspielen in Salt Lake City hat immer noch kein deutscher Mann die Olympia-Qualifikation geschafft.

"Wilde" Hide etwas zerknirscht

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Siegerin Karen Putzer

Die hat Hilde Gerg längst in der Tasche, dennoch war sie in St. Moritz ein bisschen zerknirscht: "Die hundert Punkte (für den Sieg) hätte ich gerne mitgenommen. Aber das Wichtigste ist, dass ich das rote Trikot der Weltcup-Führenden im Super-G verteidigt habe." Am Ende überwog die Zufriedenheit über eine "gute Vorstellung" der deutschen Vorläuferin, wie Cheftrainer Wolfgang Maier lobte. Das mit dem Wetter nahm er gelassen hin: "In Val d'Isere vor zwei Wochen, als Hilde den Super-G gewann, hatten wir Dusel mit dem Wind, heute war es eben anders durchgemischt".

Extrem schwer, aber fair

Auch auf Druck der deutschen Trainer wurde der Super-G von St. Moritz auf einem anderen Kurs gefahren als zunächst geplant. Am Freitagnachmittag hatte der italienische Abfahrtstrainer Walter Wedam die Richtungstore derart wirr in den Schnee gerammt, dass FIS-Renndirektor Kurt Hoch am Morgen des Rennens entschied: "Dieser Kurs ist nicht fahrbar." Der deutsche Cheftrainer Maier bekam als Sprecher aller Trainer die Bohrmaschine in die Hand gedrückt und setzte die Tore um. So wie vorher gesteckt war, wäre da keine Läuferin runtergekommen", sagte Maier.

So blieb ein extrem schwerer, aber fairer Kurs, auf dem Hilde Gerg nach den Rängen vier, eins und fünf im Super-G ihre Ambitionen auf eine Olympia-Medaille untermauerte. "Sie ist derzeit unsere treibende Arbeitskraft", lobt Maier, der Rest seiner Truppe bereitet ihm noch Sorgen.

Martina Ertl auf Rang 15.

Als 15. (2,12 Sekunden zurück) bewies Martina Ertl (Lenggries) immerhin eine ansteigende Form. Petra Haltmayr (Rettenberg) ist seit ihrem Erfolg beim Super-G von Lake Louise dagegen von der Rolle: nur Rang 38 mit 3,69 Sekunden Rückstand. Regina Häusl (Bad Reichenhall), die nach ihrem Beinbruch im März 2000 weiterhin um den Anschluss bemüht ist, erreichte Rang 30 (3,21).

Von Thomas Häberlein und Michael Smejkal, sid


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Zuletzt geändert am 22. Dezember 2001 16:06 von tea

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