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Di 18.12.2001
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16 Städte wollen WM-Spiele 2006, aber nur zwölf bekommen den Zuschlag"Vor dieser Entscheidung graut mir"
Frankfurt/Main - Die "Hausaufgaben" mehr als ordentlich erledigt, die "Pflichtenhefte" rechtzeitig abgegeben und dennoch werden vier WM-Bewerber das "Klassenziel" nicht erreichen: Die 16 Kandidaten für die Austragung von Spielen bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland befinden sich fünf Monate vor der offiziellen Bekanntgabe der maximal 12 Spielstätten durch das WM-Organisations-Komitee (OK) zwischen Hoffen und Bangen. Am 22. oder 23. April muss OK-Präsident Franz Beckenbauer mit seinem Team vier möglichen Stadion-Standorten den Laufpass erteilen. Für das vierköpfige Präsidium sowie die sieben Aufsichtsräte - die Festlegung erfolgt in Absprache mit dem Welt-Verband Fifa - eine unangenehme Entscheidung, schlaflose Nächte sind programmiert.
"12 wären mir lieber gewesen" "Ich muss zugeben: Vor dieser Entscheidung graut es mir jetzt schon", erklärte OK-"Vize" Wolfgang Niersbach nach Ende des Bewerbungs-Marathons im Frankfurter Airport Center. Auch sein Chef Beckenbauer wäre der Städte-Lotterie gerne aus dem Weg gegangen: "Uns wäre es sicher lieber gewesen, wenn sich nur zwölf Städte beworben hätten, dann müssten wir wenigstens niemandem eine Absage erteilen." Dabei hatte DFB-Generalsekretär und OK-Vizepräsident Horst R. Schmidt die vom Deutschen Fußball Bund (DFB) und dem Weltverband Fifa vorgegebenen "Qualitäts-Standards" nochmals erweitert und in einigen Bereichen präzisiert, um die Messlatte noch ein Stück höher zu legen. Nützte aber nichts, denn die WM-Bewerber-Städte erwiesen sich als absolute "Musterschüler". Vier Städte können sich bereits in Sicherheit wiegen So können sich die Städte Berlin, München, Dortmund und Leipzig bereits in Sicherheit wiegen, der Zuschlag als WM-Spielort steht nicht zur Diskussion. Die Hauptstadt gilt als definitiver Austragungsort für das WM-Finale 2006. Die deutsche Fußball-Hauptstadt München bekommt voraussichtlich das Eröffnungsspiel und gilt neben Stuttgart auch als aussichtsreichster Kandidat für ein Halbfinale. Das zweite Vorschlussrundenduell könnte im Dortmunder Westfalenstadion über die Bühne gehen. Ein Halbfinale vermutlich in Dortmund Dortmund investierte noch einmal 70 Millionen Mark, um die Sitzplatzkapazität im Westfalenstadion auf halbfinaltaugliche 60. 000 Plätze zu erhöhen. OK-Aufsichtsrat Günter Netzer ließ bereits verlauten: "Dortmund bekommt meine Stimme für ein Halbfinale." Leipzig hat als einziger ostdeutscher Vertreter die geographische Trumpfkarte in seinen Händen und kann ebenfalls schon jetzt mit den WM-Vorbereitungen beginnen. Gute Chancen bei der prestigeträchtigen WM dabei zu sein haben auch Frankfurt und Düsseldorf, die sich neben den auf der "Setzliste" ganz oben stehenden Berlin, München und Leipzig mit hohem finanziellen Aufwand um den Sitz des Internationalen Medienzentrums beworben haben. Im Falle eines Zuschlages für die Journalisten-"Zentrale" winkt ein satter Gewinn. "Die Stadt, die das Medienzentrum erhält, wird weltweit eine riesige Werbewirksamkeit erzielen und 2006 ein halbes Jahr lang alle Hotelbetten ausgebucht haben", sagte Niersbach und machte den Bewerbern schon im Vorfeld den Mund wässrig. Favorit für das Medienzentrum scheint München zu sein. Stadien in Gelsenkirchen und Hamburg sind schon WM-tauglich Gelsenkirchen und Hamburg weisen den großen Vorteil bereits fertiggestellter Vorzeige-Stadien auf. Sowohl die Arena AufSchalke als auch die AOL-Arena sind bereits in Betrieb, der Zuschlag von Seiten des OK scheint nur noch Formsache. Eine ebenso gute Ausgangsbasis hat Niedersachsens Landeshauptstadt Hannover. Bei der WM 19974 und bei der EM 1988 bereits Austragungsort in Deutschland, dürfte die Heimatstadt des Bundeskanzlers auch im Jahr 2006 wieder mit dabei sein. Auch Stuttgart, Köln und Kaiserslautern haben derzeit beste Chancen in der zweiten Aprilhälfte 2002 von OK und Fifa nominiert zu werden. Brenzlig wird es hingegen für Leverkusen, Bremen, Mönchengladbach und Nürnberg. Während Leverkusen auf Grund des WM-"Segens" der Fifa-Inspektoren und der Freistellung Rudi Völlers für den Posten des DFB-Teamchefs bis 2006 trotz der nur 22.500 Sitzplätze in der BayArena Außenseiterchancen besitzt, sieht es für die restlichen drei Kandidaten eher mau aus. Zwar hat auch Bremen noch Außenseiterchancen, doch sowohl Nürnberg als auch Mönchengladbach gelten nach heutigem Stand als die aussichtslosesten Bewerber. Die Chancen der Bewerber-Städte im Überblick: Gesetzt sind: Berlin, München, Dortmund, Leipzig Gute Chancen: Stuttgart, Frankfurt, Gelsenkirchen, Hamburg, Kaiserslautern, Düsseldorf, Köln, Hannover Geringe Chancen: Leverkusen, Mönchengladbach, Bremen, Nürnberg Von Marc Schmidt, sid - Fotos: dpa |
Diese Umfrage gibt es nicht mehrDonnerstag, 15. Januar 2004, © RZ-Online GmbH | |||||||||||||||||
Zuletzt geändert am 18. Dezember 2001 14:05 von sab