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Box-WM-Kampf in der Westfalen-Halle: Rugby-Idol will Ottke stürzen

Mundine verspricht furchtbaren K.o.

Dortmund - Blaue Flecken und blutige Nasen statt Kerzenschein und Tannenduft: Die Elite der Profi-Boxer in Deutschland hat für Besinnlichkeit in der Adventszeit keinen Nerv. Am Samstag knöpft sich Supermittelgewichts-Weltmeister Sven Ottke den Australier Anthony Mundine vor, eine Woche später will Ex- Weltmeister Witali Klitschko dem Amerikaner Ross Puritty heimleuchten, und in der Nacht zum dritten Advent versucht WBO- Champion Dariusz Michalczewski, dem Amerikaner Richard Hall seine Auffassung von vorweihnachtlicher Stimmung zu vermitteln.

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Hat viel vor: Anthony Mundine will Sven Ottke auf die Bretter schicken.

"Die Jungs brauchen Weihnachtsgeld", erklärt Jean-Marcel Nartz, technischer Leiter im Kölner Sauerland-Boxstall, das Gedränge im Seilgeviert. Ottke, der am Samstag in der Dortmunder Westfallenhalle seine nunmehr zwölfte Titelverteidigung als Champion der International Boxing Federation (IBF) bestreitet (ARD/22.40 Uhr), ist geladen wie ein Hochleistungsakku. Herausforderer Mundine hatte gelästert: "Ottke schlägt wie eine Frau." Zwar ist die Schlagkraft in der Tat nicht die schärfste Waffe des 34 Jahre alten Karlsruhers, doch mit enormer Schnelligkeit, herausragenden Reflexen und einer ausgefeilten Technik hat er bisher jeden Gegner in die Schranken gewiesen. Seine 24 Profi-Kämpfe gewann er allesamt. "Alle haben Sprüche vor dem Kampf abgelassen. Ich stufe Mundine mehr unter der Kategorie Märchenerzähler ein", meint Ottke.

Bisher alle zehn Kämpfe gewonnen

Gegner Mundine ist eine überaus schillernde Persönlichkeit. Als früherer Rugby-Spieler war der 26 Jahre alte Aborigine mit einem Zwei-Millionen-Mark-Vertrag bei den St. George Dragons in Sydney einer der bestverdienenden Profis in dieser Sportart. Mundine glaubt aber, das mehr in ihm steckt. Er sei "The Man" schlechthin, "der beste Athlet der Welt", versichert er und will das nun Ottke mit einem "furchtbaren K.o." spüren lassen. Seine bisherigen zehn Kämpfe seit Juli vergangenen Jahres hat der Australier alle gewonnen, acht davon durch K.o. "Ich bin etwas ganz Besonderes", behauptet der Vater zweier Kinder. Den vor drei Jahren zum islamischen Glauben übergetretenen Sportler zeichnet ein Boxstil von ungestümer Brachialgewalt aus. "Der kann gewaltig hauen. Für Sven kann das in den ersten vier, fünf Runden sehr gefährlich sein", betont Nartz.

"Irgendwann wird ihm die Luft ausgehen"

Auch Ottke weiß um die Gefährlichkeit seines Rivalen. "Mundine soll sich schön auspowern. Ich vermute, dass ihm irgendwann die Luft ausgehen wird", meint der Weltmeister. Mundines Manager Khoder Nasser hat dagegen ganz klare Vorstellungen vom Ausgang des Kampfes: "Ottke wird sich im Land der Träume befinden und Alligatoren sehen, die Saxofon spielen."

Während Ottke rund 900 000 Mark für seine Titelverteidigung kassiert, hofft sein Gegner auf ein Salär jenseits der Millionenmarke. Mit rund 150 000 Zuschauern, die den Kampf im australischen Bezahlfernsehen gegen Bares ordern müssen, rechnet der Aborigine. Am Gewinn ist er beteiligt. Ottke indes macht sich weniger Gedanken um die Börse als vielmehr um seine hochschwangere Frau. Gabi Ottke will unbedingt in der Halle dabei sein. Ihr Ehemann war zwar dagegen, aber "schließlich ist sie der Chef", erklärt Nartz die Machtverhältnisse im Hause Ottke.

Von Franko Koitzsch, dpa - Foto: AP


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Zuletzt geändert am 29. November 2001 15:55 von sab

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