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Mo 15.10.2001
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Ullrich träumt weiter vom "Königstitel" - Zeitfahr-Gold nur schwacher TrostZabel als Nummer 1 in den WinterLissabon - Jan Ullrich haderte mit dem Schicksal: "Ich war davon ausgegangen, dass das Rennen in der zweiten Hälfte doch viel schwerer verläuft, so aber waren bis zum Schluss zu viele an meinem Hinterrad." 45 Fahrer sprinteten nach 254,1 km in Lissabon noch um den Titel des Straßen-Weltmeisters, den sich der Spanier Oscar Freire zum zweiten Mal nach 1999 holte.
Dem als Favoriten gestarteten Merdinger blieb nur ein für ihn enttäuschender 13. Rang und das Gold im Zeitfahren als schwacher Trost: "Das Straßenrennen bleibt für mich die Königsdisziplin. Ich möchte diesen Titel unbedingt auch einmal gewinnen", bekannte der Olympiasieger. Doch diese Chance winkt im nächsten Jahr eher Erik Zabel. "Ich bin seit März immer voll gefahren und wollte hier ja eigentlich gar nicht zur WM antreten. Der fünfte Platz ist mehr, als ich erwarten konnte." Die WM 2002 findet im belgischen Zolder statt. Auf einem Kurs, der dem Sprinter aus Unna liegen sollte. Zabel zeigte sich im Gegensatz zu Ullrich denn auch ganz gelöst: "Das war eine lange Saison, mit der ich sehr zufrieden sein kann, jetzt freue ich mich auf den Urlaub mit meiner Familie." Zumal der 31-Jährige als WM-Fünfter die Führung in der Weltrangliste soweit ausgebauen konnte, dass er mit hoher Wahrscheinlichkeit als Nummer 1 der Radsportwelt überwintern wird. Zweiter Titel für Spanier Freire So gratulierte er auch neidlos Oscar Freire, den er bei der Vuelta im September noch zweimal im Spurt um Etappensiege locker geschlagen hatte: "Ich war hier einfach platt." Dazu konnte ihm sein Telekom-Kamerad nicht mehr wie geplant helfen: "Wir haben uns auf den letzten Metern nicht mehr gefunden", beklagte Ullrich das Pech.
Der sportliche Leiter Rudy Pevenage (Belgien) nahm seinen Schützling in Schutz: "Für Jan war das Rennen nicht schwer genug. Er hat versucht, was er konnte, um an der Spitze zu attackieren, aber die Italiener und Spanier waren nicht abzuschütteln." Die Azzurri schlugen sich wieder einmal selbst. Als Giro-Gewinner Gilberto Simoni kurz vor dem Ziel ausriss, machte das eigene Team Tempo. Zabel bleibt an der Spitze Die Spanier dagegen setzten voll auf die Karte Freire. "Oscar verblüfft wieder die Welt", jubelte die Zeitung Marca am Montag. Wegen seiner Rückenprobleme hatte der 25-Jährige auch in dieser Saison lange aussetzen müssen. Ein Sieg auf der vierten Etappe der Deutschlandtour zählte zu seinen spärlichen Erfolgen, ehe er eine Woche vor der WM als Zweiter bei Paris-Tours (vor Zabel) seine gute Spätform andeutete. "Die Krankheitspausen waren vielleicht mein Glück, weil ich dadurch jetzt im Gegensatz zu Erik Zabel noch so frisch war", meinte er. Zabel ist bei nunmehr über 400 Punkten Vorsprung auf Davide Rebellin die Spitze an der Weltrangliste kaum mehr zu nehmen. Der Italiener, im nächsten Jahr beim Team Gerolsteiner unter Vertrag, müsste zum Weltcup-Abschluss am Sonntag die Lombardei-Rundfahrt gewinnen und außerdem noch weitere Punkte sammeln, um Zabel als "Winterkönig" zu überflügeln. Oliver Görz, sid |
Diese Umfrage gibt es nicht mehrDonnerstag, 15. Januar 2004, © RZ-Online GmbH | ||||||||||||||||
Zuletzt geändert am 15. Oktober 2001 15:04 von tea