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Mo 15.10.2001
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9. Spieltag: FCK, Bayern, Leverkusen, BVB, Werder und Wolfsburg siegenBundesliga boomt, die Nationalmannschaft kriselt
Die Nationalmannschaft kriselt, die Bundesliga boomt. Nur eine Woche nach der verpassten direkten WM-Qualifikation der Nationalmannschaft kehrte bei den Fans die Freude am Fußball zurück. Insgesamt 36 Tore, der Traum-Einstand von Hamburgs Trainer Kurt Jara und ein siegreiches Spitzenquartett sorgten für höchsten Unterhaltungswert. Und auch in der kommenden Woche ist beim Gipfeltreffen zwischen Verfolger Bayern München und Spitzenreiter 1. FC Kaiserslautern Spannung garantiert. "Dann wollen wir Platz eins übernehmen", tönte Uli Hoeneß nach dem famosen 5:1-Sieg im Lokalderby über den TSV München 1860.
Viel spricht dafür, dass der Wunsch des Bayern-Managers in Erfüllung geht. Nach dem neunten Pflichtspiel ohne Niederlage wird der Titelverteidiger mehr denn je als Meisterschaftsfavorit gehandelt. "Das war ein Sensationsspiel von unserer Mannschaft, eines der besten Spiele, an die mich erinnern kann", schwärmte Vize- Präsident Karl-Heinz Rummenigge angesichts des prestigeträchtigen Triumphes über den überforderten Stadtrivalen. Einmal mehr gehörte die Show Angreifer Giovane Elber. Am Ende einer traumhaft schönen Freistoß-Kombination erzielte der Brasilaner sein achtes Tor im vierten Spiel. Selbst der ansonsten reservierte Ottmar Hitzfeld geriet ins Schwärmen: "Das war meisterlich." FC Köln desolat - Werder top In desolatem Zustand präsentierte sich dagegen der 1. FC Köln. Gegen den VfL Wolfsburg verlor die Elf von Trainer Lienen am Sonntagabend zu Hause mit 0:4 (0:2). Die dritte Niederlage in Folge. Die Torschützen Martin Petrov (2./50.), Robson Ponte (6.) und Miroslav Karhan (61.) sorgten in Köln für den zweiten Saisonsieg der Wolfsburger. Werder Bremen dagegen gab sich im eigenen Stadion keine Blöße. Gegen den Aufsteiger 1. FC Nürnberg reichten im zweiten Sonntagsspiel die Treffer von Krisztian Lisztes (4./56.) und Fabian Ernst (90.) zum ungefährdeten 3:0 (1:0)-Sieg.
Mehr Probleme hatte der Tabellenführer. Beim 3:1 von Kaiserslautern gegen Rostock wurde der Spitzenreiter erst nach verschlafenen 45 Minuten, in denen die Gäste das Spiel kontrollierten, höheren Ansprüchen gerecht. "Wenn wir so guten Fußball zeigen wie in der zweiten Halbzeit, können wir auch in München bestehen. Spielen wie aber so wie in den ersten 45 Minuten, kriegen wir reichlich eingeschenkt" meinte Teamchef Andreas Brehme. Während der Weltmeister von 1990 gerade seinen Vertrag in der Pfalz bis 2004 verlängert hat, muss sein Rostocker Kollege um seinen Arbeitsplatz fürchten. Dass sein Trainerstuhl mehr den je wackelt, stellte Funkel jedoch vehement in Abrede: "Der Vorstand und ich stehen wie eine Eins zusammen und lassen uns nicht auseinander dividieren."
Schweren Zeiten sieht auch Hertha-Coach Jürgen Röber entgegen. Nach der 0:4-Schlappe beim Hamburger SV ist der vermeintliche Geheimfavorit bereits am 9. Spieltag 13 Punkte von der Tabellenspitze entfernt. Dagegen herrschte beim ebenfalls kriselnden HSV nach sechs sieglosen Spielen wieder eitel Sonnenschein. Das beste Trainerdebüt in der Vereinsgeschichte sorgte bei Fans und Spielern für Hochgefühle. "Das ist wie im Märchen, aber es ist Wirklichkeit", jubelte Ernst Jara. Mit dem Rückgriff auf den zweifachen Torschützen Marcel Ketelar bewies der österreichische Fußball-Lehrer gleich bei seinem Traum-Einstand ein glückliches Händchen. Spitzenleistung von Kaiserslautern und München Wie das Spitzenduo aus Kaiserslautern und München gaben sich auch die Verfolger Bayer Leverkusen und Borussia Dortmund keine Blöße. Das Team von Trainer Klaus Toppmöller blieb beim 3:2-Erfolg in Cottbus dank Doppel-Torschütze Ulf Kirsten auch im 15. Pflichtspiel nacheinander ohne Niederlage. Die frühe Gelb-Rote Karte für Zoltan Sebescen (17.) steckten die Leverkusener ebenso unbeeindruckt weg wie die Dortmunder den Platzverweis für Tomas Rosicky (37.). In Unterzahl stellte das BVB-Starensemble beim 2:1-Erfolg in Mönchengladbach bisher ungeahnte Kämpferqualitäten unter Beweis. Aus dem Kreis der Titelanwärter verabschiedet hat sich dagegen vorerst der FC Schalke 04. Nach desolater Anwehrleistung musste der Vize-Meister beim 0:3 in Stuttgart seine bereits dritte Auswärtsschlappe hinnehmen. "Es kann nur besser werden", stöhnte Routinier Olaf Thon drei Tage vor dem Champions-League-Duell bei Real Mallorca. Von Heinz Büse, dpa |
Diese Umfrage gibt es nicht mehrDonnerstag, 15. Januar 2004, © RZ-Online GmbH | ||||||||||||||||||||
Zuletzt geändert am 15. Oktober 2001 12:30 von tea