Fr 14.09.2001
|
 |
Bergungsarbeiten gehen weiter - Präsident um globale Allianz bemüht:
Bush hat freie Hand für Militärschlag
|
| Wegen Gewittern mussten die Bergungsarbeiten in New York unterbrochen werden. Jetzt geht die unermüdliche Suche wieder weiter. |
|
New York/Berlin - Drei Tage nach den Terrorangriffen auf New York und Washington hat der amerikanische Senat Präsident Georg W. Bush freie Hand für einen Militärschlag gegeben. Die Entscheidung fiel am Freitag mit 98 Stimmen, es gab keine Gegenstimmen.
Die USA wollen außerdem bis zu 50.000 Reservisten zur Verstärkung der inneren Sicherheit einberufen. Kampfpiloten auf 26 inländischen Stützpunkten wurden in Alarmbereitschaft versetzt. Verteidigungsminister Donald Rumsfeld und andere Regierungsvertreter gaben zu verstehen, dass man eine Kombination kurzfristiger Gegenschläge und langfristiger politischer, diplomatischer und wirtschaftlicher Maßnahmen plane. Unter dem riesigen Trümmerberg in New York werden noch mehr als 4700 Tote vermutet. 160 Leichen wurden bislang geborgen. Der Regen verwandelte sich auf den noch brandheißen Ruinen in Dampf, der sich in den beißenden Rauch mischte. Flugdatenschreiber gefunden - Zehn Verdächtige wieder auf freiem Fuß

Die Ereignisse in Bildern - Anklicken für Foto-Galerien:
Terror, Trümmer und Trauer
Türkin rettete Verwandte im WTC per Handy
Istanbul - Ein Anruf von der türkischen Riviera hat einem im World Trade Center beschäftigten Geschwisterpaar das Leben gerettet. Wie die Zeitung "Milliyet" am Freitag berichtete, waren Esin und Levent Eyilik am Dienstag an ihren Arbeitsplätzen bei einer Exportfirma im 77. Stock des zweiten WTC-Turmes, als der erste Turm von einem Flugzeug gerammt wurde. Hand in Hand liefen die Geschwister die Treppen hinunter und hatten gerade den 57. Stock erreicht, als auch in ihr Gebäude ein Flugzeug hineinraste. In diesem Moment klingelte das Handy von Esin Eyilik: "Euer Turm ist von einem Flugzeug getroffen worden, macht dass ihr rauskommt", rief ihre Kusine Fulya Eyilik, die die Ereignisse im türkischen Antalya am Fernseher verfolgte.
Die Geschwister rannten los und schafften es kaum fünf Minuten vor dem Einsturz des Gebäudes ins Freie. "Ohne die Warnung wären wir nicht so schnell gerannt und wären wahrscheinlich nicht mehr am Leben", sagte Esin Eyilik. "Denn in dem Gebäude herrschte keine Panik, und die Leute gingen ziemlich langsam die Treppen hinunter."
|
 |
|