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Sa 18.08.2001
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Bayern München - FC St. Pauli 2:0 (2:0)Sforza feiert "optimales Comeback"München - Franz Beckenbauer lobte nur einen, Karl-Heinz Rummenigge ärgerte sich über ein verpasstes Schützenfest und auch Ottmar Hitzfeld hakte den Pflichtsieg schnell ab. "Mit dem Ergebnis bin ich zufrieden, mit der Torausbeute nicht", stellte der Trainer des FC Bayern München nach dem 2:0 (2:0) gegen den harmlosen FC St. Pauli nüchtern fest. Manager Uli Hoeneß formulierte es deutlicher: "Es hätte auch 8:1 ausgehen können."
Der laue Sommerkick vor 60.000 Zuschauern im fast ausverkauften Olympiastadion war schnell vergessen, dafür meldete sich ein fast schon Vergessener eindrucksvoll zurück. Erstmals in dieser Saison stand Ciriaco Sforza von Anfang an auf dem Platz und überraschte sowohl sich, als auch viele Experten, die den 31-jährigen Schweizer schon abgeschrieben hatten. "Er war der spielbestimmende Mann auf dem Platz, über ihn ist alles gelaufen", lobte selbst der "Kaiser" die Nummer zehn seiner Bayern und gestand seine Verwunderung offen ein: "Das hätte ich ihm nicht zugetraut, so lange wie der nicht gespielt hat." In der Tat machte Sforza sein bestes Spiel im Bayern-Dress, seit er vor 13 Monaten aus Kaiserslautern für zwölf Millionen Mark Ablöse nach München zurückgekehrt war. Bereits in der 13. Minute brachte er seine Mannschaft nach glänzender Vorarbeit von Willy Sagnol mit einem leicht abgefälschten Schuss aus 16 Metern in Führung und erzielte dabei sein erstes Tor überhaupt seit seiner Rückkehr. Kurz vor der Halbzeit bereitete er das 2:0 durch Giovane Elber (45.) mit einer gefühlvollen Flanke vor. Hitzfeld: "Ciri war der Spieler des Tages" Nach 68 Minuten nahm Hitzfeld, der Sforza anstelle der verletzten Kreativköpfe Stefan Effenberg und Mehmet Scholl (beide Fußentzündung) die Regie im Mittelfeld übertragen hatte, vom Platz und ersetzte ihn durch Thorsten Fink. Der wohlwollende Applaus zum vorzeitigen Abschied tat dem Schweizer sichtlich gut. "Klar war es eine Genugtuung. Ich wollte zeigen, dass der Spieler Sforza immer noch da ist", räumte der Schweizer ein: "Das Spiel heute zeigt, wie hart ich gearbeitet habe. Es war nicht einfach, es brauchte viel Geduld, jetzt hat sich die Geduld ausgezahlt." Ottmar Hitzfeld, der den Schweizer gegen den Widerstand von Beckenbauer und Rummenigge zurückgeholt hatte, war ebenfalls erleichtert. "Ciri war der Spieler des Tages. Er ist jetzt kräftemäßig schon besser drauf, trotzdem fehlt ihm immer noch Spielpraxis." Zweimal war Sforza am Knie (Knorpelabsplitterung) operiert worden, ehe er im Sommer 2000 wieder nach München kam. Nach einer mäßigen Vorrunde schlug er sich erneut mit Knieproblemen herum, spielte kaum noch, erst am 33. Spieltag gegen Kaiserslautern durfte er wieder ran. An den ersten drei Spieltagen dieser Saison gehörte er wegen "Trainingsrückstand" nicht einmal zum Kader, doch diesmal kehrte er zurück und nutzte entschlossen seine Chance. Fehlt nur noch, dass es die Bayern Sforza nachmachen. Zwar kletterte der Meister auf Platz vier der Tabelle, der Rückstand auf Spitzenreiter Borussia Dortmund aber beträgt schon fünf Punkte. Schon im nächsten Spiel am 8. September kommt es im Westfalenstadion zum direkten Duell der Giganten. Rummenigge: "Sechs, sieben Stück waren möglich" Für Karl-Heinz Rummenigge geht die Saison "erst dann richtig los". "Es wird Zeit, dass jemand den Dortmundern Einhalt gebietet und ihnen zeigt, dass ein Durchmarsch in der Bundesliga nicht so einfach ist", schwadronierte der Bayern-Vize und ärgerte sich gerade deswegen über die vergebenen Chancen: "Wir haben es verpasst, St. Pauli abzuschießen. Sechs, sieben Stück waren möglich. " Dafür bekam zumindest Sforza, den er einst vor seinem Abgang in München 1996 zu Inter Mailand als "Stinkstiefel" geadelt hatte, von Rummenigge ein Lob: "Das war ein optimales Comeback." sid - Foto: dpa |
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Zuletzt geändert am 18. August 2001 20:59 von aj |
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