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"Goldener" Tag für deutsche Athleten
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Martin Buß nach Achillessehnenriss Sensations-Weltmeister mit 2,36 m

"Wahnsinn, es hat geklappt"

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2,36 m und das Gold gehörte ihm: Martin Buß

Edmonton - Hochspringer Martin Buß ist nach einer Achillessehnenoperation im Vorjahr als Sensations-Weltmeister von Edmonton wie Phönix aus der Asche empor gestiegen.

Der 25-jährige Berliner, der für Leverkusen startet, überquerte als einziger die Jahresweltbestleistung von 2,36 m und konnte sein Glück kaum fassen. "Nachdem es im Trainingslager in Calgary sehr gut lief, wollte ich eine Medaille holen und sogar Weltmeister werden. Ich war mir sicher, dass es auch der Titel werden kann. Wahnsinn, es hat geklappt", strahlte Buß.

Mit seinem WM-Sieg erlöste Buß am 6. Wettkampftag zugleich die deutsche Mannschaft, die bisher noch ohne Titel war. Auf der Videowand verfolgte er den letzten Versuch des Zweiten Jaroslaw Rybakow (Russland). Als der die 2,36 m gerissen hatte und der Sieg feststand, vollführte er siegestrunken Freudensprünge, stürmte für eine Umarmung zu seinem Trainer Rainer Pottel und absolvierte anschließend mit einer deutschen Fahne eine Ehrenrunde, bei der es sogar Standing Ovations gab. Erst danach verständigte er das Kampfgericht, dass er den Wettkampf nicht mehr fortsetzt.

"Vierter wie so oft, wollte ich nicht werden"

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Der Jubel nimmt kein Ende: Martin Buß (li.) und sein Trainer Reinhard Pottel liegen sich in den Armen.

Im Wettkampf nahm Buß alle Höhen bis 2,30 m im ersten Versuch. Nachdem er 2,33 m einmal gerissen hatte, behielt er zwei Sprünge für die Siegerhöhe und segelte in seinem letzten Versuch auch über die persönliche Bestleistung drüber. "Obwohl ich nicht gerne pokere, war ich dazu fast gezwungen, da ein Trio 2,33 gemeistert hatte", sagte Buß und fügte hinzu "Vierter wie so oft, wollte ich nicht werden."

Eine durchwachsene Saison

Bis zu den deutschen Meisterschaften Ende Juli in Stuttgart, wo er sich gerade noch für die WM qualifizieren konnte, hatte der neue Weltmeister nur eine durchwachsene Saison. Dazu kam, dass er Knieprobleme hatte und sich immer müde fühlte. Der Verdacht auf Pfeifferisches Drüsenfieber bestätigte sich aber nicht. "Durch die schwachen Leistungen war die technische Sicherheit nicht gegeben. Erst in der Vorbereitung auf Edmonton und in Calgary lief es besser", erzählte Buß. Mit 2,27 m steigerte er seinen Trainingsbestwert um sieben Zentimeter.

Im Sydney fehlte der gebürtige Berliner wegen einer Achillessehnenoperation und trauerte der verpassten Chance lange nach. Ein Drittel der Achillessehne im linken Fuß, seines Sprungbeins, war gerissen und musste am 28. Juni operiert worden. Viel hat nicht gefehlt und den Hochspringer Buß hätte es in Edmonton überhaupt nicht gegeben. Er war zunächst begeisterter Fußballer, wechselte aber nach Querelen mit seinem damaligen Trainer das Metier.

Peter Juny, dpa

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Zuletzt geändert am 9. August 2001 09:03 von tea

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