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Millionen-Schäden durch Unwetter
Wetter-Vorhersage: Der Sommer zeigt sich weiter launisch

Millionen-Schäden durch heftige Unwetter über Deutschland:

Blitz, Donner und Sturzregen

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Hagel und Sturm verwüsteten ein Straßencafe in Langenbruck, Schweiz.

Hagelkörner so groß wie Tennisbälle, Blitz, Donner und Sturzregen: Ein heftiges Unwetter im Westen und Südwesten Deutschlands hat am Mittwochabend und in der Nacht zum Donnerstag Millionen-Schäden angerichtet. Besonders betroffen waren Baden- Württemberg und Nordrhein-Westfalen.

Nach Behördenangaben von Donnerstag entstand allein in Baden-Württemberg bei 4 Bränden nach Blitzeinschlägen ein Sachschaden von rund 6 Millionen Mark. Straßen und Keller wurden vielerorts überflutet. Drei junge Leute entgingen bei einem Blitzschlag nur knapp dem Tod. In den nächsten Tagen werden sich Sonne, Wolken und Gewitter abwechseln. Riesige Hagelkörner verursachten bei den heftigen Gewittern in Südbaden und in der benachbarten Schweiz erhebliche Sachschäden.

Nach Polizeiangaben zertrümmerten die Körner im oberen Elztal Scheiben und Blech bei zahlreichen Autos sowie mehrere Dächer. Im benachbarten Raum Basel gingen in der Nacht nussgroße Hagelkörner nieder und verursachten Schäden. Der Stuttgarter Flughafentunnel war wegen der Regenmengen kurzfristig total gesperrt.

Wie vier Putzeimer auf dem Wohnzimmertisch

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Inge Hoffmann betrachtet mit erstaunter Miene ein Hagelkorn von der Größe eines Tennisballes, den sie bei einem Unwetter im oberen Elztal am Vortag vor ihrem Haus auflas und im Kühlschrank konservierte. Ein plötzlich einsetzender Hagelschlag richtete am Mittwochabend in der Umgebung des Schwarzwaldstädtchens Elzach Schäden in noch nicht bekannter Höhe an. Hausdächer wurden zertrümmert, Scheiben zerschlagen, Autos beschädigt.

Der Deutsche Wetterdienst registrierte am Stuttgarter Flughafen 66 Liter Regen pro Quadratmeter. Nach einem Sturzregen musste die Feuerwehr in der Stadt mehr als 100 Keller leer pumpen. Im Schwarzwald knickten Sturmböen mit Windstärke 9 Bäume um. Noch in der Nacht konnten die Aufräumarbeiten aber größtenteils beendet werden.

Die Gewitter zogen weiter nach Nordrhein-Westfalen. In Castrop-Rauxel fielen innerhalb einer Stunde 42,8 Liter Regen pro Quadratmeter, wie der Wetterdienst Meteomedia meldete. In Münster kamen bis Mitternacht rund 44 Liter pro Quadratmeter vom Himmel. In Münster kamen bis Mitternacht rund 44 Liter pro Quadratmeter vom Himmel - das wären gut vier Putzeimer Wasser auf der Fläche eines Wohnzimmertisches. Über 100 Keller liefen voll, sagte ein Sprecher der Feuerwehr.

Unter Eiche vermeintlichen Schutz gesucht

Die Böen kippten Bäume auf die Fahrbahnen, Verkehrsampeln fielen nach Blitzschlägen aus. Es kam zu zahlreichen Unfällen. Im Regierungsbezirk Düsseldorf standen viele Autobahnen unter Wasser. In Gütersloh entgingen nach einem Blitzeinschlag drei Jugendliche nur knapp dem Tod. Sie hatten unter einer Eiche Schutz vor einem Gewitterguss gesucht, als der Blitz in den Baum einschlug, teilte die Polizei mit.

In Franken und im Allgäu wurden ebenfalls zahlreiche Straßen und Keller überflutet. In Kempten fielen 21 Liter Regen pro Quadratmeter. In Norddeutschland gab es zwar auch heftige Unwetter, es wurden aber keine großen Schäden gemeldet. Aber auch in Italien spielte das Wetter verrückt: Nach kräftigen Schneefällen konnten die Liftbetreiber erstmals seit Jahrzehnten die Pisten in Cortina D'Ampezzo und Cervinia für Sommer-Skifahrer öffnen. Es lagen mehr als drei Meter Schnee in den Dolomiten-Orten.

Weiter "kein Hochglanzwetter"

Zunächst aber hat sich das Unwetter ausgetobt. Der Freitag beginnt laut Vorhersage des Deutschen Wetterdiensts mit Frühnebel, später wird es heiter bis wolkig und trocken. Nur im Nordwesten ist noch mit etwas Regen zu rechnen. Das Wochenende startet schwülwarm mit Temperaturen zwischen 22 Grad im Nordwesten und 29 Grad an der Donau. Später ziehen vom Westen her Schauer und Gewitter auf. Am Sonntag fällt nur im Osten noch zwischendurch Regen, sonst soll es viel Sonnenschein geben mit Werten zwischen 17 Grad an der Nordsee und 24 Grad am Oberrhein.

Für die kommende Woche verheißen die Meteorologen zwar ebenfalls kein "Hochglanzwetter", es soll aber sommerlich warm und überwiegend sonnig bleiben. Der Juni wird laut Wetterdienst als einer der wenigen Monate der vergangenen Jahre als zu kühl in die Wettergeschichte eingehen. Die Temperaturen hätten meist rund ein Grad unter dem Durchschnitt gelegen.

dpa, AP - Foto: AP

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Zuletzt geändert am 28. Juni 2001 10:57 von aj

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