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So 24.06.2001

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U-20-WM: DFB-Team steht im Achtelfinale
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"U 20"-WM in Argentinien: Nach 3:1 über Irak im Achtelfinale

Stielikes "Ur-Schrei" beflügelt DFB-Junioren

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Die deutschen U20-Spieler Christoph Preuss (mi) und Jermaine Jones (li) feiern, während der Iraker Atea Hassan seine Chancen auf das Achtelfinale der Welt-Jugend-Meisterschaften dahinschwinden sieht.

Cordoba - Der Schrei muss den deutschen "U20"-Junioren durch Mark und Bein gefahren sein. "Seid ihr bekloppt? Seid ihr bescheuert?", brüllte Trainer Uli Stielike weit hörbar und hüpfte am Spielfeldrand umher wie ein Rumpelstilzchen. Es war die 58. Minute des letzten WM-Gruppenspiels gegen den Irak, und die DFB-Auswahl drohte in Überzahl durch Nachlässigkeiten in der Abwehr den Einzug ins WM-Achtelfinale zu verspielen.

Die ungewöhnliche Maßnahme zeigte Wirkung. Drei Minuten später brachte ein Eigentor des Irakers Mounaim Ibrahim zum 2:1 die DFB-Junioren auf die Siegerstraße, Benjamin Auer sorgte mit seinem vierten Turniertreffer (65.) für den Endstand zum 3:1 (1:1). Deutschland hat somit als Zweiter der Gruppe B hinter Brasilien den Einzug ins Achtelfinale geschafft.

Nach dem Schlusspfiff war Stielike dennoch nicht versöhnt: "Wenn man solange in Überzahl spielt, ist die Art und Weise, in der wir gewonnen haben, enttäuschend. Man hat gesehen, dass die Mannschaft Angst vor einer Blamage hatte." Obwohl den Deutschen nach dem Eigentor von Denis Lapaczinski (Hertha BSC Berlin/37.) durch den Ausgleich von Christoph Preuß (Eintracht Frankfurt/40.) und die Rote Karte gegen den Iraker Haidar Hassan (nach einer Tätlichkeit an Auer/42.) in die Karten gespielt wurde, war es erst Stielikes "Ur-Schrei", der die DFB-Junioren aufweckte.

Stielicke: "Wir haben das Minimalziel erreicht"

"Wir haben das Minimalziel erreicht", erklärte der Europameister von 1980. "Wenn man die nackte Bilanz mit einer Niederlage und zwei Siegen betrachtet, kann man zufrieden sein, aber das Spielerische hat mich enttäuscht." Doch nach der Auftaktniederlage gegen die scheinbar übermächtigen Brasilianer (0: 2), die die Gruppe mit einer weißen Weste beendeten, bewies die deutsche Elf zumindest Kämpferherz.

Überragendes Tandem: Benjamin Auer und Christoph Preuß

Ein überragendes "Tandem" bildeten Auer und Preuß, die alle deutschen Treffer - abgesehen vom Eigentor der Iraker - erzielten und darüber hinaus glänzend harmonierten. Auer legte Preuß den Ball bei dessen Treffer gegen den Irak auf, im Spiel zuvor gegen Kanada (4:0) hatte der Frankfurter dem Gladbacher zu allen seinen drei Treffern die Vorarbeit geleistet. Auer erhielt prompt Angebote aus der italienischen Serie A.

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Harmonierten glänzend: Benjamin Auer (li im Kampf mit Iraks Haidar) und Christoph Preuss (re)

Ähnliches ist bei Preuß nicht bekannt, doch sprang bei dem Mittelfeldspieler, der in der abgelaufenen Saison in Frankfurt zu 21 Bundesliga-Einsätzen gekommen war, sogar der ansonsten kritische Stielike über seinen Schatten und ließ sich zu einer Lobeshymne hinreißen. "Christoph ist der überragende deutsche Spieler der Vorrunde. Bei ihm ist keinerlei Leistungsabfall erkennbar, er ist zur Persönlichkeit gereift", meinte der 46-Jährige.

Deutsche "Millionen-Jungs" enttäuschten

Insgesamt enttäuschend war dagegen der Auftritt der drei "Millionen-Jungs" Michael Zepek (für 3,5 Millionen Mark zu Bayer Leverkusen), Hanno Balitsch (1,8 Millionen/1. FC Köln) und Lapaczinski (2,5 Millionen/Hertha BSC). Zepek und vor allem Lapaczinski zeigten in der Abwehr zahlreiche Schwächen, Balitsch konnte im Mittelfeld nur zeitweise überzeugen. Doch gerade dieses Trio zeigte sich nach Stielikes Weckruf hellwach.

Claudio Dienstmann, sid

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Zuletzt geändert am 24. Juni 2001 09:55 von to

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