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Fr 15.06.2001
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Nach Giro-Skandal: Telekom empört über Doping-VerdächtigungenUllrich auf "schwarzer Liste"
Mit Empörung und Unverständnis hat das Team Telekom auf die Doping-Verdächtigungen gegen Jan Ullrich reagiert. "Wir haben überhaupt nichts zu verstecken. Ich bin hundertprozentig davon überzeugt, dass wir keine Probleme bekommen werden. Die Leute sollen endlich Beweise vorlegen, aber das können sie nicht", sagte Teamchef Walter Godefroot nach den Anschuldigungen aus Italien. Nach Angaben der römischen Tageszeitung La Repubblica steht Telekom-Kapitän Ullrich auf einer Liste mit insgesamt 64 Namen von Radprofis, gegen die die Staatsanwaltschaft Florenz im Rahmen der Anti-Doping-Offensive nach den Vorfällen beim Giro d'Italia ermittelt. Der Mailänder Zeitung Il Giornale zufolge sind noch weitere deutsche Radprofis auf der "schwarzen Liste". Insgesamt ermittle Staatsanwalt Luigi Bocciolini gegen sieben deutsche Radrennfahrer, deren Namen nicht bekannt gegeben wurden. Ullrichs umstrittene Asthma-Mittel: Schon lange im Gesundheitspass Team-Sprecher Olaf Ludwig glaubt allerdings nicht, dass der Bonner Radrennstall nach der Doping-Razzia beim Giro mit einem Ermittlungsverfahren rechnen muss. "Mir ist von einem Anschreiben nichts bekannt. Dafür gäbe es auch überhaupt keinen Grund", sagte der Olympiasieger von 1988 dem sid und erläuterte: "Zwar wurden bei Jan Ullrich Asthma-Mittel gefunden, die auf der Doping-Liste stehen. Allerdings darf er diese laut Gesundheitspass schon lange zu sich nehmen." Der Olympiasieger leidet bereits seit Jahren an einer Pollen-Allergie und Asthma. Diese Krankheiten erlauben ihm die Einnahme von Kortekoiden. Manager: "Schwachsinnige Vorwürfe" "Wenn man etwas falsch prüft, dann sieht man am Ende schlecht aus. Es ist ein Unding, mit was für schwachsinnigen Vorwürfen diese Leute an die Öffentlichkeit gehen", sagte Ullrichs Manager Wolfgang Strohband. Koffein-Tabletten für persönlichen Gebrauch des Teamarztes Neben den Asthma-Mitteln für Ullrich hatten die Dopingfahnder Koffein-Tabletten bei Teamarzt Lothar Heinrich gefunden. Doch auch in diesem Fall hat Teamsprecher Ludwig eine Erklärung: "Es ist bereits seit Tagen bekannt, dass bei Heinrich im persönlichen Waschbeutel Koffein-Tabletten gefunden wurden. Die hat er allerdings für sich gebraucht." Die italienischen Dopingfahnder hatten bei ihrer Razzia am vergangenen Donnerstag in San Remo zahlreiche verbotene Substanzen bei den Teams festgestellt. Laut Staatsanwalt Bocciolini ermittelt die italienische Justiz gegen insgesamt 86 Personen. Neben den 64 Radprofis soll laut Il Giornale auch der Name eines "deutschen Teamarztes" auf der Liste stehen. Wie das italienische Fernsehen am Dienstag berichtet hatte, haben die Fahnder bei ihren Untersuchungen nur bei zwei Teams kein belastendes Material gefunden. Bei diesen Rennställen soll es sich um Selle Italia und Mobilvetta handeln. FCI-Maßnahmen: Radrennen-Stopp und Ethik-Kommission Der italienische Radsport-Verband (FCI) reagierte unterdessen mit einer drastischen Maßnahme auf den Doping-Skandal. Ab dem 18. Juni werden in Italien vorerst keine Radrennen mehr stattfinden. Außerdem hat die FCI auf ihrer dreistündigen Sitzung eine ethische Kommission gegründet, die im Kampf gegen Doping neue Vorschriften erarbeiten soll. Dieser Vereinigung unter Vorsitz des früheren Nationaltrainers Alfredo Martini gehören etwa zehn Personen an, neben Sprintstar Mario Cipollini weitere Vertreter der Radprofis und der Teams. Mit diesem Beschluss folgte der Radsport-Verband dem Vorschlag des Nationalen Olympischen Komitees (CONI). CONI-Präsident Gianni Petrucci hatte bereits am Dienstag die Aussetzung aller Radrennen gefordert. Wie lange die FCI den Beschluss aufrecht erhalten will, ist fraglich. Die nächste Sitzung soll am 23. Juni stattfinden. Micaela Taroni und Jörg Mebus, sid |
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Zuletzt geändert am 15. Juni 2001 09:48 von to |
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