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Fr 15.06.2001
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Härtestes Radrennen der Welt: Zwei Österreicherinnen auf Rekordjagd5000 Kilometer in elf Tagen: nonstop
Portland - Bei 40 Grad Hitze quälen sie sich acht Stunden lang mit dem Fahrrad durch die kalifornische Wüste. Täglich joggen sie Berge rauf und runter, gehen schwimmen und stemmen Gewichte. Angelika Castaneda und ihre Zwillingsschwester Barbara Warren, gebürtige Österreicherinnen, die seit vielen Jahren im südkalifornischen San Diego leben, trainieren für das längste und härteste Radrennen der Welt. An diesem Sonntag gehen die 58-jährigen Extrem-Athletinnen als älteste weibliche Teilnehmer beim "Race Across America" in Portland (US-Bundesstaat Oregon) an den Start. Zum 20. Mal versuchen dann etwa 50 Teilnehmer die fast 5000 Kilometer von der West- zur Ostküste in weniger als 11 Tagen zurückzulegen. Die Fahrer durchqueren 11 Bundesstaaten, 3 Zeitzonen, überwinden 30.000 Höhenmeter und haben Temperaturschwankungen von bis zu 60 Grad zu ertragen. Bei dem ultimativen Härtetest wird Non-Stopp gefahren. Häufig ruhen sich die Athleten nachts für nur 2-3 Stunden aus. Das Ziel ist Pensacola, Florida. Die Fahrtroute führt durch die steilen Rocky Mountains, den windigen Mittleren Westen und die feucht-heißen Südstaaten. "Twin-Team" mit starkem Hang zum Extremen Das "Twin-Team", Barbara und Angelika, glaubt, dass dies "schwerer sein wird als alles, was wir bisher gemacht haben". Dabei sind die 58-Jährigen als Extrem-Athletinnen abgehärtet und topfit. Erst mit 40 Jahren begannen sie an professionellen Ausdauer- Wettkämpfen teilzunehmen. Seither haben die Tirolerinnen unzählige Weltrekorde gebrochen, etwa beim Ironman Triathlon in Hawaii, den "Extreme Games" und dem legendären Wüstenrennen im Tal des Todes. "Wir werden täglich 10.000 Kalorien verbrauchen"
Doch das "Race Across America", das 1982 zum ersten Mal von 4 Extremradlern gefahren wurde, ist härter als so berüchtigte Ausdauerwettkämpfe wie der Ironman oder das Hundeschlittenrennen in Alaska. "Wir werden täglich 10.000 Kalorien verbrauchen", sagt die Psychologin Barbara Warren. "Es ist so, als würden wir 56 Marathons laufen, 18 mal durch den Ärmelkanal schwimmen, oder eine Million Liegestütze hintereinander machen." Am meisten fürchtet sie die Nächte, "wenn man die Straße nicht mehr sieht und zu halluzinieren beginnt". Oder die hohen Pässe in den Rocky Mountains, wo es schneien könnte, und die Windstürme, die das Tempo von gewöhnlich 20 Kilometern pro Stunde auf 3 km/h drosseln. Barbara und Angelika gehen als Doppelteam an den Start. Sie werden abwechselnd im 2-5 Stunden-Takt fahren. Nur Hundert erreichten bisher das Ziel Seit 1982 haben bisher nur rund 100 Extremsportler das Ziel in der vorgeschriebenen Zeit erreicht. Den Streckenrekord hält der Amerikaner Rob Kish mit 8 Tagen, 3 Stunden und 11 Minuten. Nach der Zieldurchfahrt des Siegers in Florida haben die Teilnehmer noch 48 Stunden Zeit, danach werden sie disqualifiziert. Erst zwei Mal haben europäische Teilnehmer, die Österreicher Franz Spielauer und Wolfgang Fasching, das Rennen vor den Amerikanern gewonnen. Barbara Warren gibt zu, dass sie ihr Alter zu spüren beginnt. Doch mit 58 Jahren will sie sich und anderen beweisen, dass man Hindernisse überwinden und in schwierige Situationen ungeahnte Kräfte entwickeln kann. "Man kann viel mehr aus sich herausholen, als die meisten Menschen für möglich halten", sagt die Psychologin. Barbara Munker, dpa |
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Zuletzt geändert am 15. Juni 2001 16:19 von to |
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