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Flensburg im Gefühlschaos - Magdeburg gestoppt - Lemgo siegt:

Dreikampf um die Handball-Krone

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Olafur Stefansson (l) vom SC Magdeburg wirft auf das Tor des THW Kiel. Das Spiel endete 24:24 Unentschieden.

Blanke Nerven in Magdeburg, Gefühlschaos bei Flensburg und neu entfachte Lemgoer Titelträume: Im Kampf um die deutsche Handball-Meisterschaft läuft alles auf ein "Finale grande" am letzten Spieltag (20. Mai) hinaus.

Der ewige Zweite SG Flensburg-Handewitt vergab durch ein mageres 23:23 (9:11) beim VfL Gummersbach die Chance, vor den abschließenden beiden Spieltagen nach Punkten mit Tabellenführer SC Magdeburg gleichzuziehen. "Trotzdem werden wir Meister. Ich kann mit dem Ergebnis leben, weil auch Magdeburg gepatzt hat", sagte Flensburgs Trainer Erik Rasmussen. Zum "Showdown" müssen die Norddeutschen am kommenden Sonntag in Magdeburg antreten.

Der zehnfache DDR-Meister kam gegen den entthronten Titelträger THW Kiel nicht über ein 24:24 (11:11) hinaus und führt nach dem 14. Spiel innerhalb der vergangenen 46 Tage nur noch mit einem Zähler vor Flensburg und dem TBV Lemgo. Die Ostwestfalen avancierten zum lachenden Dritte und schlossen durch ein 27:23 (15: 10) bei der HSG Nordhorn nach Punkten zu Flensburg auf.

"Wir müssen weiter dran bleiben und unsere Spiele gewinnen. Wenn wir noch zweimal siegen, sind wir Meister", betonte Lemgos Manager Fynn Holpert nach dem elften Auswärtssieg, den in erster Linie ein glänzend aufgelegter Torhüter Fort Mauri sicherte.

Trotzdem bleibt die Konkurrenz aus Magdeburg gelassen. "Unser Vorteil ist, dass wir es nach wie vor selbst in der Hand haben, den Titel zu holen. Allerdings sollten wir verstärkt auf Lemgo achten", warnte SCM-Außen Erik Göthel, neben Olafur Stefansson (8/4) mit sechs Treffern erfolgreichster Magdeburger.

Hektik pur

Hektik pur bestimmte den 20. Vergleich zwischen dem EHF-Europapokalsieger und Double-Gewinner Kiel vor 7.000 Zuschauern in der seit Wochen ausverkauften Bördelandhalle, der beinahe in einer Massenschlägerei geendet hätte. Sieben Sekunden vor dem Abpfiff stoppte Kiels erfolgreichster Werfer Stefan Lövgren (8 Tore) Olafur Stefansson auf dem Weg zum Siegtreffer unsanft und sah dafür die Rote Karte.

Minutenlange Handgreiflichkeiten zwischen Spielern und Verantwortlichten beider Teams folgten. "Nach dem Schlusspfiff war aber wieder alles vergessen. Da kann man auch ein Bier zusammen trinken", sagte Magdeburgs Nationalspieler Steffen Stiebler nach der 19. Partie in Folge ohne Niederlage. THW-Manager Uwe Schwenker war trotz zuletzt 15:1 Punkten nicht zufrieden: "Wir waren die bessere Mannschaft und hätten gewinnen müssen."

Die beiden Reizfiguren, der nach der Saison von Kiel an die Elbe wechselnde Nenad Perunicic ("Es war für mich ein Spiel wie jedes andere") und der künftig für die "Zebras" haltende SCM-Keeper Henning Fritz, blieben weitestgehend blass.

Holpert rettet Punkt

Fritz' Nationalmannschafts-Kollege Jan Holpert rettete Flensburg in Gummersbach zumindest einen Punkt. Der 33 Jahre alte Torhüter parierte in der Schlussminute einen Siebenmeter von Kyung-Shin Yoon (6) und hielt das Unentschieden fest, das Flensburg in ein Gefühlschaos stürzte. Freude oder Enttäuschung - "Wir haben spielerisch nicht überzeugt, können aber trotzdem noch Meister werden", betonte Rasmussen, der bis Saisonende auf Christian Berge (Daumenbruch) verzichten muss.

Vor der Rückkehr ins internationale Geschäft steht der Tabellenvierte SG Wallau-Massenheim nach dem 31:28 (15:11) gegen Tusem Essen. Die Hessen (50:22 Zähler) führen mit einem Punkt vor Kiel. Sollte Magdeburg oder Lemgo Meister werden, würde sogar der Fünfte noch in den EHF-Cup einziehen. Ungeachtet dessen hat Wallaus Coach Martin Schwalb schon sein Fazit gezogen. "Wir sind der moralische Sieger der Saison", meinte Schwalb, dessen Team am Mittwoch Magdeburg empfängt.

sid - Foto: dpa

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Zuletzt geändert am 13. Mai 2001 13:43 von aj

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