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Lake Louise: Petra Haltmayr rast zum ersten Weltcup-Sieg

"Das ist der reine Wahnsinn"

Lake Louise - Ein freudiger Juchzer, dann fiel sie rücklings in den Schnee und schlug die Hände über dem schwarzen Helm zusammen. "Das gibt s ja nicht", stammelte Petra Haltmayr und schaute ungläubig drein: "Das ist ja der reine Wahnsinn."

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Konnte ihr Glück kaum
fassen: Petra Haltmayr.

Die Überraschung war verständlich. Mit der hohen Startnummer 28 raste die 25-Jährige aus Rettenberg bei der ersten Weltcup-Abfahrt der alpinen Skisaison im kanadischen Lake Louise auf Platz eins und feierte den ersten Weltcupsieg ihrer Karriere. Als zusätzlichen Lohn gab es ein Preisgeld von 37.500 Mark und 52. 900 Mark vom deutschen Skipool.

Können und gute Nerven

Unbeeindruckt von leichtem Schneefall und schlechter Sicht bewies Haltmayr auf der 2.700 Meter langen "Olympia-Piste" nicht nur ihr Können, sondern auch gute Nerven. In 1:34,71 Minuten verwies sie die favorisierte Italienerin Isolde Kostner (1:34,81), die alle drei Trainingsläufe dominiert hatte, auf den zweiten Platz. Dritte wurde Österreichs Abfahrts-Weltmeisterin Renate Götschl (1:34,98).

Dämpfer für Martina Ertl: Platz 34

Einen kleinen Dämpfer hingegen erlebte Martina Ertl. Durch einen leichten Fehler im flachen Schlussstück büßte die 28 Jahre alte Lenggrieserin viel Zeit ein und musste sich am Ende mit Platz 34 (1:37,19) begnügen. Zweitbeste Deutsche war Sybille Brauner auf dem guten 13. Platz. Hilde Gerg (Lenggries) landete im zweiten Rennen nach ihrem Schien- und Wadenbeinbruch auf Platz 22. Trotz des Patzers verteidigte Ertl ihre Führung im Gesamt-Weltcup mit 346 Punkten souverän vor der Kroatin Jana Kostelic (239).

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Fuhr der Kokurrenz davon: Petra Haltmayr.

Erfolg gibt ihr Recht

Im Mittelpunkt des Interesses aber stand Petra Haltmayr. Mit einem zweiten Platz im vergangenen Winter bei der Abfahrt in Lenzerheide hatte die schwarzhaarige Allgäuerin erstmals auf sich aufmerksam gemacht. Lange versuchte sie sich in den technischen Disziplinen, erst vor zwei Jahren stellte sie sich auf Abfahrt und Super-G um. Der späte Erfolg gab ihr Recht.

Beim Saison-Auftakt in Sölden hatte Haltmayr noch bittere Tränen vergossen. Nach dem ersten Durchgang des Riesenslaloms, den später Martina Ertl durch eine furiose Aufholjagd gewann, lag sie noch hoffnungsvoll auf Platz vier, doch dann verbremste sie den zweiten Lauf und landete am Ende auf Platz 25. Nach Lake Louise war der missglückte Auftakt endgültig vergessen.

Von Peter Staub, sid - Fotos: AP, dpa

Geändert am 1. Dezember 2000 10:00 von sab
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